15. Deutsche Sponsoringtage: Telekom-Manager Althoff prophezeit Delle im Fußballmarkt

Mittwoch, 11. November 2009
Telekom-Manager Stephan Althoff
Telekom-Manager Stephan Althoff

"Der Sponsoringmarkt Fußball ist dabei, sich zu überheizen. Bald wird er eine Delle bekommen." Mit dieser Äußerung ist Stephan Althoff, Leiter Konzernsponsoring und Kommunikationsstrategie bei der Deutschen Telekom, auf den 15. Deutschen Sponsoringtagen im Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt auf Widerspruch gestoßen. "Die Bundesliga boomt", sagt Tom Bender, Geschäftsführer der Deutsche Fußball Liga (DFL). Von einer künftigen "Delle" in der Vermarktung könne überhaupt nicht die Rede sein. "Zahlen und Fakten sprechen dagegen. Zum siebten Mal in Folge feiert die Liga einen Zuschauerrekord", so Bender. Und auch bei der Vermarktung der Trikots sind die deutschen Clubs im internationalen Vergleich ganz vorne dabei. Leidenschaftlicher kontert Jochen Rotthaus, Geschäftsführer des Bundesligisten 1899 Hoffenheim. Für ihn ist eine solche Haltung "typisch deutsch": "Wir sollten doch gerade in Krisenzeiten nach vorne schauen und nicht das Positive auch noch schlecht reden." Auch Marcel Cordes, Vorstand des Kölner Marktforschungsunternehmens Sport + Markt, sieht keinen Einbruch. Das Sponsoring sei extrem gut aufgestellt, die TV-Kontakte seien beispielsweise um 15 bis 20 Prozent gestiegen. "Warum sollten die Unternehmen künftig auf das beste Pferd im Stall verzichten?", so Cordes.

Dem oft gehörten Vorwurf, die Marke Bundesliga sei zu stark kommerzialisiert, widersprachen die eingeladenen Experten der Diskussionsrunde. Dass die Liga sehr gut vermarktet ist - das unterstreicht DFL-Geschäftsführer Bender gerne - aber mit Abstrichen: "Zu stark jedoch auf keinen Fall." Potenzial sieht Cordes beispielsweise im Bereich Kooperationen beziehungsweise Cross-Selling. Auch die Zielgruppen der Frauen und insbesondere der Familien seien noch nicht erschöpfend kapitalisiert. Hier könne der Fußball-Sport noch mehr an sich arbeiten. jm
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