10 Jahre Siegfried Vögele Institut: Verfechter des klassischen Werbebriefs

Freitag, 08. Juni 2012
Drucksachen aktivieren Hirnareale erfolgreich. Foto: Deutsche Post
Drucksachen aktivieren Hirnareale erfolgreich. Foto: Deutsche Post

Selten war das Siegfried Vögele Institut (SVI) für die Deutsche Post wertvoller als heute. Denn der Logistikriese muss Einsatzeinbußen beim Versand physischer Werbesendungen hinnehmen, wie Ingo Bohlken, Chief Marketing Officer der Deutschen Post, auf der 10-Jahres-Feier der Einrichtung mitteilte. Dabei hob er die Aufgabe der Deutschen Post-Tochter hervor, die Bedeutung des Dialogmarketing darzustellen. Von harten Einschnitten für die Post bei den gedruckten Werbesendungen sprach Bohlken und verwies insbesondere auf den klassischen Versandhandel, der sich im Marketing neu orientiert. Otto fahre eine Riesenkampagne über alle Werbemedien hinweg, verzichte jedoch auf Dialogmarketingmaßnahmen. Neckermann wolle von September an keine physischen Mails mehr verschicken und setze stattdessen komplett auf Online. Zudem hätten namhafte Versicherungen verkündet, in wenigen Jahren überhaupt keine papiergebunden Kommunikation betreiben zu wollen. Das sind für die Post harte Schläge. Bohlken sprach von Umsatzeinbußen, die nicht kurzfristig durch das Einsammeln vieler kleiner Versender zu kompensieren seien.

Diesen Trends setzt das SVI unter anderem eine aktuelle Studie entgegen, die den Vorsprung gedruckter Werbesendungen belegen soll. Testpersonen sollten 100 bekannte und unbekannte Logo-/Claim-Kombinationen "lernen", davon 50 auf Papier und 50 am Bildschirm. Heraus kam: Die Probanden konnten Werbebotschaften und Logos besser lernen und zuordnen, wenn sie Printprodukte lasen. Gedruckte Informationen wirken demnach nachhaltiger.

Das 2002 gegründete SVI in Königstein/Taunus koordiniert für das Briefgeschäft der Post das wissenschaftliche Netzwerk im Dialogmarketing. Dazu zählen Qualifizierung, Forschung und Beratung für crossmediales Dialogmarketing. Namensgeber ist Professor Siegfried Vögele, der Ende der 70-er Jahre die Dialogmethode entwickelte. Mit ihrer Hilfe lässt sich der Kundendialog in Schriftform verbessern, indem Elemente des persönlichen Verkaufsgesprächs darauf übertragen werden. fo
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