Marco Saal

Marco Saal

TV-Comeback Ab-in-den-Urlaub.de serviert Werbung zum Abtauchen

Dienstag, 21. März 2017
Um Ab-in-den-Urlaub.de war es lange extrem ruhig. Kein Wunder, immerhin wäre das Reiseportal im vergangenen Jahr in den Wirren der Unister-Insolvenz beinahe unter die Räder gekommen. Jetzt meldet sich Ab-in-den-Urlaub.de in den Werbeblöcken zurück - mit TV-Spots, die nur handgestrickt sein können und bei denen die heiße Nadel tiefe Wunden hinterlassen hat.

Einerseits möchte man dem Team von Ab-in-den-Urlaub.de kollektiv auf die Schulter klopfen. Dem Unternehmen ist es nicht nur gelungen, in den Wirren um die Insolvenz der Leipziger Unister-Gruppe nicht unterzugehen. Nein. Ab-in-den-Urlaub.de schreibt laut Insolvenzverwalter Lucas Flöther sogar wieder schwarze Zahlen, genau wie die gesamte Unister-Travel-Sparte, die nun mit Rockaway Capital einen neuen Eigentümer bekommt. So weit, so gut. 
Dennoch gibt es nun diese TV-Spots, die mit hohem Werbedruck auf reichweitenstarken Sendern wie Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1 angelaufen sind. Und die sind leider einfach unterirdisch. Und das liegt überhaupt nicht daran, dass den Commercials mit dem früheren Dauer-Testimonial Michael Ballack der Promi-Faktor verloren gegangen ist. Sondern an der billigen Machart und den ohne Sinn und Verstand aneinandergereihten Bildern.

Warum zum Beispiel der junge Mann im ersten TV-Spot nach einem beherzten Kopfsprung in den Swimmingpool plötzlich an einem Südseestrand wieder auftaucht, dürfte sich den Zuschauern nicht wirklich erschließen. Zumal sich die Frage stellt, wieso er überhaupt das Angebot von Ab-in-den-Urlaub.de nutzen sollte. Denn wenn die Bilder zu Beginn des Spots keine Fata Morgana sind, dann befindet er sich ja schon im Urlaub und genießt diesen in vollen Zügen am Swimmingpool und an der Bar. 

Klar. Die Sommerferien nähern sich mit großen Schritten - und die meisten Reisen werden jetzt gebucht. Daher ist es verständlich und richtig, dass Ab-in-den-Urlaub.de in die Werbeblöcke drängt. Ob sich das Unternehmen mit einem solchen Schnellschuss einen Gefallen tut, ist allerdings höchst zweifelhaft. Vielleicht hätte man die bisherige Leadagentur Grabarz & Partner mal hinzubitten sollen - wenn auch nur aus alter Verbundenheit. Ob eine andere Agentur involviert war, ist unklar. Eine Anfrage von HORIZONT Online wurde bislang noch nicht beantwortet. So oder so: Ein wenig Kreativ-Knowhow hätte den Spots sicher nicht geschadet. mas
Meist gelesen
stats