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Hannes Mehring
CrowdTV

Selbstvermarktung von Social Media Stars Wie sich Influencer unabhängiger von Youtube und Co. machen können

Hannes Mehring
Für Social Influencer wird die Auswahl, den eigenen Content zu refinanzieren, immer breiter. Seien es Sponsored Posts oder vorgeschaltete Werbung auf sozialen Netzwerken, Influencer-Marktplätze oder Einnahmen durch die eigene Community, die Anzahl an Möglichkeiten ist groß. Hannes Mehring, Gründer und CEO von CrowdTV, hat sich die wichtigsten Einnahmequellen näher angeschaut und erklärt, wie diese funktionieren und worauf bei der Anwendung geachtet werden muss.
von Hannes Mehring, CrowdTV, Dienstag, 09. Mai 2017
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Screenshot Instagram.com/bonniestrange
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Mit Influencern zur Best-Case-Kampagne

    Verschiedene Einnahmequellen für Influencer

    Die wohl bekannteste Möglichkeit, um als Influencer Einnahmen zu generieren, ist die Platzierung von Produkten im eigenen Content. Sei es auf einem Bild bei Instagram oder in einem Youtube Video. Branded Entertainment, Creative Placement oder Sponsored Posts nennen sich diese Inhalte. Mittlerweile gibt es viele Influencer-Marktplätze, die Kooperationen zwischen Creators und Werbekunden vermitteln. Schon ab einer Reichweite von 10.000 Followern werden sogenannte Micro-Influencer interessant für Unternehmen.
    Der Markt bietet jedoch weitaus mehr Erlösquellen, als die Eigenvermarktung durch Werbekooperationen. Da die Influencer sensibel auf ihre Fans in den Social Networks reagieren, werden innovative Werbeformate immer gefragter. Die Produktplatzierung ist aufgrund des langwierigen Prozesses jedoch zum Teil schon zu einer umständlichen Variante geworden. Verhandlung, Videodreh und Abnahme führen zu einem lang andauernden Prozess und zudem dürfen die Influencer die offensichtliche Platzierung nicht überstrapazieren. Wer also seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren möchte, greift mittlerweile auf schlankere Erlösmodelle zurück, wie die Community und eigene Plattformen, auf denen weitere Werbeformen eingesetzt werden können.
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    Bild: picture alliance

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    Einnahmen durch die eigene Community

    Hat man sich als Influencer erst einmal eine treue Community aufgebaut, ist mit ihr gleichzeitig auch eine Einnahmequelle geboren. Denn durch die Abonnements werden die Donations (Spenden) angekurbelt, die in weiteren Content investiert werden können. Mittlerweile gibt es für Youtuber beispielsweise Spendendienste wie Patreon und tipeee, über die monatliche Spenden oder Spenden pro Video bezogen werden können. Wo soziales Interesse besteht, ist auch immer großes Monetarisierungspotential vorhanden.

    Gerade im Gaming-Bereich werden Streamer während ihrer Liveaufnahmen auf Plattformen wie Twitch sogar in Echtzeit vergütet. Da twitch ein reines Gaming-Portal ist, sind auch sämtliche Vermarktungsmöglichkeiten dem Spielemarkt angepasst. Der Vorteil besteht darin, dass die Zielgruppe von vornherein sehr spezifisch ist. Wichtig hierbei: Der Content muss authentisch sein und vor allem Mehrwert bieten, damit die Community überhaupt auf die Idee kommt, einen Obolus zu hinterlassen. Andere Influencer, meist mit einer sehr großen Fanbase, entwickeln immer häufiger eine weitere Einnahmequelle: Merchandise-Produkte. Seien es beispielsweise unabhängige Artikel aus der Eigenproduktion, wie der Duschschaum "Bilou" von Social-Media-Star Bianca Heinicke ("BibisBeautyPalace": 4,5 Millionen YouTube-Abonnenten, 5,2 Millionen Instagram-Follower), der es bis in die deutschen Drogeriemärkte geschafft hat oder Kooperationen mit etablierten Modelabels. Ein Paradebeispiel dafür ist Millionen-Instagrammerin Pamela Reif, die mit Deichmann ihre eigene Schuhkollektion auf den Markt gebracht hat. Die Kunst ist es eine Eigenmarke aufzubauen, die beim Konsumenten Bedürfnisse befriedigt und Engagement auslöst. Das hat Pamela geschafft und profitiert davon.
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    Eigene Plattform aufbauen

    Eines der neuesten Phänomene in der Influencer-Szene ist der Aufbau einer eigenen Plattform, auf der sich die Community mit ihren Social-Media-Star vernetzen und auf Augenhöhe austauschen kann. Damit ist nicht nur der Aufbau eines WordPress-Blogs oder einer eigenen Website gemeint, auf der man bezahlte Artikel veröffentlicht oder Anzeigenformate schaltet und über das Pay-per-Click-Modell verdient. Aufgrund der geringen Einnahmen, sollte dies eher als zweites Standbein genutzt werden.

    Vielmehr geht es um Fan-Apps mit eigenem Branding, auf der man alle seine Social-Media-Kanäle bündelt und seine Konsumenten zusätzlich mit exklusivem Inhalt versorgen kann. Dies ist auf der einen Seite ein gutes Tool, um seinen digitalen Auftritt zu professionalisieren, auf der anderen Seite, um die Kasse klingeln zu lassen. Die Einnahmen hängen von zwei Faktoren ab, die jeder Creator selbst in der Hand hat: Das sind einerseits die aktiven App-Nutzer, andererseits die App-Starts pro Monat. Je mehr Traffic generiert wird, desto mehr können die Stars verdienen.

    Des Weiteren kann die eigene Plattform durch Placement-Kampagnen sinnstiftend erweitert werden. Das hat den Vorteil, dass Werbekunden in einem sehr positiven Umfeld Botschaften platzieren können und die App-Nutzer eine noch stärkere Bindung zum Brand aufbauen. Dadurch ist die Conversion-Rate wesentlich höher als beispielsweise auf YouTube und die Reichweite kann enorm gesteigert werden. Kampagnen werden dadurch bis zu 50 Prozent wertvoller und der Creator verdient daraus resultierend mehr.
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    Bild: Fotolia / gustavofrazao

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    Hype-Disziplin Influencer und Marken – wie passt das zusammen?

    Entscheidet sich ein Influencer also für eine eigene App, ist es wichtig, diese auch regelmäßig mit Inhalten zu bespielen. Am besten ist exklusiver Content, der auf sonstigen Kanälen nicht zu finden ist. So erhöht man den Mehrwert und die Aufmerksamkeit der eigenen Plattform und steigert die Besucher- und Downloadzahlen. Influencer müssen ihre Nutzer davon überzeugen, dass der Fan-App-Download Pflicht für sie ist.

    Die prominente Youtuberin Paola Maria (1,6 Millionen YouTube-Abonnenten, 3,1 Millionen Instagram-Follower) hat seit Anfang des Jahres ihre eigene Fan-App und ist damit sehr erfolgreich. Bereits am Launch-Tag schaffte sie es mit ihrer "Call of Beauty"-App auf Platz 1 der Apple-Download-Charts in der Kategorie "Lifestyle". Stand März hatte sie bereits 55.000 App-Downloads und beachtliche 200.000 Ad Impressions im Monat – Tendenz steigend. Für Influencer, die sich von der Masse abheben wollen, wird die interaktive, mobile Plattform in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.

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