Christian Chyzyk, ReachHero

Christian Chyzyk, ReachHero

Prognose Fünf Trends im Influencer Marketing 2018

Mittwoch, 06. Dezember 2017
War 2016 das Jahr, in dem das Werben mit Influencern seinen großen Durchbruch feierte, dann werden die zurückliegenden zwölf Monate wohl ohne Zweifel als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem sich die Marketingdisziplin als wesentlicher Bestandteil im Marketing-Mix von Unternehmen etabliert hat. Und 2018? Christian Chyzyk, Gründer und CEO der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero, wagt einen Ausblick.
Themenseiten zu diesem Artikel:

Influencer Reachhero Instagram IKEA Lena Gercke Adidas YouTube


1. Langfristige Kooperationen schaffen Vertrauen

Je länger eine Beziehung andauert, desto besser stellen sich beide Partner aufeinander ein. Und: Desto besser funktioniert das Zusammenspiel. Welche Vorstellungen und Erwartungen hat das gegenüber? Was gefällt, was eher nicht? All das funktioniert mit der Zeit ohne viele Worte. Immer mehr Marken erkennen jetzt die Vorteile im Vertrauten und planen immer häufiger auf lange Sicht mit bestimmten Multiplikatoren.  Dabei kommt dem Faktor Vertrauen nicht nur im Kontext der internen Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle zu. Auch mit Blick auf die Glaubwürdigkeit bei der eigenen Followerschaft macht es für beide Seiten zunehmend Sinn, verstärkt langfristig zu denken. Bestes Beispiel: Bereits seit Anfang 2015 arbeitet TV-Gesicht Lena Gercke schon mit Adidas zusammen. Etliche Jahre, exklusive Kollektionen und Instagram-Posts später ist das Model mittlerweile zu einem der einflussreichsten Markengesichter des Sportartikelherstellers geworden. Prognose: 2018 wird das Jahr der Long Term Relationships im Influencer-Marketing.

2. Integrative Ansätze ermöglichen Markenerlebnisse

Ging es in den vergangenen Jahren vor allem darum, immer wieder auch neue Plattformen und Möglichkeiten wie Live-Streaming oder die Stories-Funktionen in der Zusammenarbeit mit Influencern auszutesten, kommen Marken 2018 um das Zauberwort Cross Channel nicht mehr herum. Im Zentrum steht eine Antwort auf folgende Frage: Wie kann es gelingen, die eigenen Social Media-Kanäle und das Potential der Influencer so zu verzahnen und bestmöglich ausnutzen, dass am Ende ein gelungenes Markenerlebnis dabei herauskommt? 

In der Praxis bewies zum Beispiel Ikea bereits ein gutes Gespür für eine solche Strategie, indem der schwedische Einrichtungsriese eine Aktion mit mehreren Youtubern plante und diese klug über diverse eigenen Kanäle wie Youtube, Facebook, Instagram und den eigenen Blog ausspielte. Dabei – das zeigt auch das Beispiel Ikea – sollte auch die Auswahl der Influencer möglichst integrativ erfolgen. Dabei gilt es 2018 noch stärker zu kombinieren: Eine gute Mischung aus männlichen und weiblichen sowie Mega-, Macro- und Micro-Influencern hilft noch mehr Menschen zu erreichen und bringt nächstes Jahr vielleicht den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. 

3. Transparenz wird zum Muss

Spätestens seit dem Urteil im Fall Rossmann ist klar: Unternehmen und Influencer sollten transparent mit ihren Kooperationen umgehen. Das Oberlandesgericht Celle hatte im August festgestellt, dass Kennzeichnungen mittels Hashtags wie #Anzeige oder #Werbung an entsprechend prominenter Stelle zwingend notwendig sind, um nicht in die Irre zu führen. Markierungen wie #Ad oder #Sponsored reichten schlicht nicht aus, so das Urteil der Richter. 

Dabei ist das Ganze mit Nichten nur eine juristische Frage. Wollen Marken auf Dauer im Influencer-Marketing erfolgreich sein, kommen sie 2018 (wenn nicht schon in den Jahren zuvor) schlicht nicht mehr darum herum, auf entsprechende Kooperationshinweise zu bestehen und sie selbst auch zu setzen. Denn: Wenn Follower das Gefühl bekommen, dass sie hinters Licht geführt werden, leidet am Ende auch die gesamte Reputation einer Marke. Und das hätte dann wohl auch negative Auswirkungen über das Social Web hinaus. Nicht zuletzt deshalb wird 2018 hoffentlich das Jahr werden, in dem aus dem "Malus Kennzeichnung" ein "Bonus Transparenz" wird. 

4. Die Wertigkeit der Kooperationen steigt

Immer mehr Unternehmen suchen nach passenden Influencern, um die eigenen Produkte und Services bestimmten Zielgruppen nahe zu bringen. Doch während durch die zunehmende Nachfrage die Preise für Kooperationen langsam anziehen, verändert sich auch nach und nach der Anspruch, den Influencer an eine Zusammenarbeit haben – insbesondere mit steigender Followerzahl. 

Erleben wir also wahrscheinlich auch im kommenden Jahr wie Micro-Influencer-Kampagnen immer noch gut über das Versenden von Gratis-Samples funktionieren, suchen Internetsternchen mit 100.000 Influencern oder mehr längst nach Kooperationen, die für sie über das bloße Präsentieren von Produkten hinaus einen Nutzen darstellen. Sie verstehen sich als eigene Marke und suchen dafür verstärkt nach schlüssigen Weiterentwicklungsoptionen. Wollen Marketer auch im kommenden Jahr mit reichweitenstarken Influencern zusammenarbeiten, sollten sie das unbedingt im Hinterkopf behalten. 

5. Kampagnen werden datengetriebener

Wenn es bislang ein Argument gegen den Einsatz von Influencern im Marketingmix gab, dann lautete es wie folgt: "Der Erfolg ist doch nie wirklich messbar!" Spätestens 2018 wird sich das nun ändern. Denn im kommenden Jahr spielen Daten im Influencer-Marketing eine besondere Rolle. Entsprechende Tools und Software bieten diverse Anbieter (unter anderem auch wir von ReachHero) schon heute an – sie helfen dabei, den ROI anhand von unterschiedlichen Kriterien wie der Anzahl erreichter Nutzer, Likes, Hashtags und Kommentaren zu bestimmen. 

Zudem sorgt der verstärkte Einsatz von Machine Learning dafür, dass auch die Suche nach passenden Multiplikatoren einfacher und schneller gelingt. Wer sich bislang also gegen den Einsatz von Influencern entschieden hat, weil es ihr oder ihm noch an entsprechender Datenzentriertheit gemangelt hat, – wie wir sie aus anderen Marketingdisziplinen längst kennen – der kann seine Zweifel 2018 getrost über Bord werfen.

Meist gelesen
stats