Christian Chyzyk, ReachHero

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Prognose 5 Dinge, die das Influencer Marketing 2017 prägen werden

Mittwoch, 21. Dezember 2016
Influencer-Marketing hat sich 2016 zu einem der großen Trend-Themen der Szene gemausert. Kaum ein Marketer kam in diesem Jahr daran vorbei. Christian Chyzyk, Gründer und CEO der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero, wagt jetzt den Blick in die Glaskugel und erklärt, welche Entwicklungen aus seiner Sicht 2017 prägen werden.  

1. Micro Influencer werden wichtiger

Anders als bei den großen Social Influencern der Branche, die nicht selten Millionen Abonnenten, Fans und Follower hinter sich versammeln können, befinden sich sogenannte Micro Influencer mit Reichweiten zwischen 1.000 und 100.000 Usern meist im unteren Mittelfeld. Dabei belegen neueste Studien, dass es gerade diese Art von digitalen Meinungsmachern sind, die den meisten Einfluss auf ihr Publikum haben. Der Grund: Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind schlicht größer, die Zielgruppe setzt sich oft aus Familienmitgliedern und Freunden zusammen – die Engagementraten fallen dementsprechend überproportional aus. Das wiederum macht die kleinen Influencer besonders für Unternehmen mit kleinen Marketingbudgets interessant. Prognose: 2017 wird das Jahr der Micro Influencer.

2. Influencer-Marketing goes B2B  

Bislang war das Werben über Social-Media-Sternchen vor allem für Beauty-, Lifestyle-und Travel-Marken interessant, doch im kommenden Jahr könnte sich das ändern: Denn waren B2B-Unternehmen in der Vergangenheit häufig abgeschreckt von großen, ziemlich unspezifischen Reichweiten (samt entsprechender Kosten), könnten gerade Micro Influencer die Lösung sein. Indem deren Zielgruppen eher homogen sind, sich also Alter, Geschlecht, Interessen und Co. weitaus besser eingrenzen lassen, sind diese kleineren Influencer besonders für Nischenthemen interessant. Derweil müssen für B2B-Kampagnen nicht zwangsläufig auch Facebook und Co. genutzt werden. Kanäle wie LinkedIn oder Xing könnten hier zunehmend bedeutsamer werden. Doch wie immer gilt natürlich auch hier die alte Faustregel: Marke und Influencer müssen zusammen passen.
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Bild: bebe

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3. Live-Streaming und Stories-Funktionen schaffen noch mehr Nähe

Das Social-Media-Jahr 2016 war von einer plattformübergreifenden Entwicklung geprägt, deren Kern sich wohl wie folgt zusammenfassen lässt: immer näher, immer schneller. Die zwei Funktionalitäten, die diesen Wandel am besten repräsentieren, sind Livestreaming auf der einen und Story-Funktionen auf der anderen Seite. Beide Features hauen im Prinzip in die gleiche Kerbe und bieten der Influencer-Marketing-Szene für 2017 eine ganze Fülle an neuen Möglichkeiten, nötigen Unternehmen aber auch ein gewisses Maß an kreativem Kontrollverlust ab. So können Influencer noch direkter und unmittelbarer mit ihren Fans kommunizieren, sie können Events live begleiten sowie spannende Einblicke hinter die Kulissen von Unternehmen geben.

Insbesondere Instagram wird hier zunehmend relevanter, seitdem das Bilder-Netzwerk Verlinkungen innerhalb einzelner Stories zulässt. Und auch wenn sich schwer sagen lässt, welche Neuerungen die großen Plattformen 2017 in Petto haben, scheint klar: Fan-Nähe ist auch im nächsten Jahr en vogue.

4. Authentizität und gutes Storytelling werden zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal

Da durch den großen Boom in diesem Jahr immer mehr Unternehmen auf die Wirkkraft von Influencern setzen, ist klar: Kluge Kampagnen müssen sich von der Masse absetzen, um überhaupt noch zur gewünschten Zielgruppe durchzudringen. Auch wenn der Begriff in den vergangenen Monaten zugegebenermaßen etwas inflationär benutzt wurde, 2017 wird der Faktor Glaubwürdigkeit eine zentrale Rolle spielen. Dabei geht es neben vielem Anderen schlicht um die Frage: Wie authentisch sind die Internetsternchen wirklich? Kaufen ihnen ihre Fans ab, dass sie für Produkt X oder für Service Y die Werbetrommel rühren? Entscheidend wird bei der Beantwortung dieser Fragen auch sein, wie gut (und glaubwürdig) die Geschichten sind, die die Kampagnen erzählen. 2017 wird noch mehr als 2016 schon gelten: Gutes Influencer-Marketing funktioniert nur über gutes Storytelling.
Influencer Marketing
Bild: HORIZONT

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5. Influencer-Marketing wird elementarer Bestandteil von Marketing-Kampagnen

War 2016 das Jahr, in dem Influencer-Marketing seinen Durchbruch feierte, wird 2017 aller Voraussicht nach das Jahr, in dem sich diese Marketingdisziplin als fester Bestandteil im Marketing-Mix von Unternehmen etabliert. Entscheidend dazu beitragen können wiederum vor allem Micro Influencer, die es sowohl kleineren Unternehmen mit wenig Budget ermöglichen über digitale Meinungsmacher zu werben als auch größeren Unternehmen erlauben, erste Gehversuche zu unternehmen, ohne allzu viele Kosten zu verursachen.

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