Patrick Dörfler, Zone

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Pokémon Go Sechs Gründe für den Mobile-Mega-Hype

Mittwoch, 20. Juli 2016
Der Hype um Pokémon Go reißt einfach nicht ab: Millionen Menschen weltweit zieht das Augmented-Reality-Game in seinen Bann. Der Erfolg des Spiels ist allerdings kein Zufall, sagt Patrick Dörfler, Director Client Service bei der Kölner Digitalagentur Zone. In seinem Gastbeitrag listet er sechs Gründe dafür auf, warum Pokémon Go so gut funktioniert.
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Lust auf ein kleines Quiz? Was ist größer als Twitter? Hat den Suchbegriff „porn“, zumindest zeitweise, vom angestammten  Platz 1 verdrängt? Legt ganze Serverlandschaften lahm? Und bringt Jugendliche dazu ein Maximum an Freizeit an der frischen Luft zu verbringen? Richtig! Es ist der Nintendo-Spiele-Klassiker Pokémon, der nun in Kooperation mit Niantic zum Mobile-Mega-Hype avanciert.

Wie funktioniert‘s? Pokémon Go nutzt Google Maps, um Spielwelt und realen Ort übereinander zulegen. Die Spieler interagieren digital in der "echten Welt". Das Ziel: Kleine Monster in seiner Wohnung, auf der Straße, ja sogar in Kirchen zu finden und einzufangen. Hier sechs Gründe, warum das neuste Nintendo-Game nicht nur Spieler begeistert, sondern auch für Unternehmen und Marken interessant ist.

1. Location-Based-Marketing

Seit Jahren wird nach diversen Möglichkeiten gesucht, digitales und ortsbezogenes Marketing zu verknüpfen. Von Mehrwert-Programmen bis hin zu ausgefeilten Beacon-Netzwerken reicht die Versuchspalette – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Pokémon GO ist revolutionär. Es bietet den erfolgversprechendsten Ansatz bislang. Werbung kann man als Unternehmer zwar noch nicht buchen, aber dennoch bereits auf den Zug aufspringen: Sollte man nicht in der komfortablen Situation sein, dass sich der eigene PoS in unmittelbarer Nähe eines Pokéstops oder einer Arena befindet, könnten Unternehmer beispielsweise VKF-Aktionen für die Nutzer erstellen. In den USA preisen inzwischen einige Bars Beeremon und Wiskeysaam als besonders seltene und zum Verkauf stehende Pokémon an. Außerdem gibt es Ladenbesitzer, die den Mitgliedern gewisser Fraktionen Rabatte gewähren.
Pokemon Go
Bild: Nintendo

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2. Gute Gelegenheit, um Kreativität zu zeigen

Doch ein Schritt nach dem anderen: Zunächst gilt es zu analysieren, wie sich die eigenen Marken oder Standorte mit dem positiven Spielerlebnis koppeln lassen. Eine innovative Redaktionsplanung für die gängigen Social-Media-Kanäle ist da sicher ein probates Mittel. Beispiele wären: kreative Postings, die Einbindung von Snapchat oder Instagram in die Unternehmenskommunikation. Auf diesen Wegen erzielen Unternehmen eine gute Reichweite und präsentieren sich und ihre Marken der Pokémon-Community als trendbewusst.

3. Gamification funktioniert

Das Phänomen Pokémon Go zeigt auch, dass die Vorstellung, Gaming sei ein Nischenhobby für Nerds, längst der Vergangenheit angehört. Sofern man Kreativität walten lässt, ist die App schon jetzt in der Lage, eine durchaus interessante Käuferschicht zum eigenen PoS zu locken. Noch sprechen wir nur von der Möglichkeit, die Spielmechanik zu nutzen. Ingame-Advertising wird zeitnah folgen. Die Gerüchteküche brodelt bereits. 

4. Spielmechaniken als Blaupause für gute Interaktionsraten bei Kampagnen

Gerade bei der Konzeption von digitalen Kampagnen stehen Unternehmen oft am selben Punkt: Wie bekomme ist die Reichweite, die mein Content erzielt, in eine echte und idealerweise regelmäßige Interaktion konvertiert. Denn nur so schaffe ich in den Köpfen der Konsumenten eine dauerhafte positive Verankerung der Marke. Pokémon Go ist hier ein Paradebeispiel, denn es vereint gleich zwei gut funktionierende Mechaniken – die Sammelwut und das Aufleveln. "Gotta catch ‘em all" heißt es schon im Claim des Spiels. Insgesamt gibt es 250 Pokémons, die es zu sammeln bzw. zu fangen gilt. Hat man eines erwischt, kann man dieses unter Verwendung limitierter Gegenstände weiterentwickeln. Diese Ressourcen sind folglich sehr begehrt und können nur durch häufiges Spielen oder Ingame-Käufe erlangt werden. Beide Mechaniken haben ein immenses Bindungspotenzial, wie unter anderem der Casual-Game-Hit Candy Crush schon bewiesen hat. Schafft ein Unternehmen es also, derartige Mechaniken in das eigene Kampagnen-Konzept zu integrieren, vervielfältigen sich die Erfolgschancen.
Pokemon Go BVG
Bild: Screenshot facebook.com/weilwirdichlieben

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5. AR ist gekommen, um zu bleiben

Pokémon Go ist zudem der erste Showcase einer gelungenen Augmented-Reality-App, welche die breite Masse erreicht. Und völlig unabhängig davon, ob der Trend nun anhält oder abflacht, beim Thema Augmented-Reality stehen wir erst am Beginn der Reise. Die Mechanik, wie die Technik digitale Inhalte und unsere reale Umgebung vereint, wird uns in Zukunft immer öfter begegnen. AR & VR haben das Potenzial ein entscheidender Entwicklungsmotor in der mobilen Evolution zu sein.

6. Markenbindung at it´s best

Was hat also Pokémon Go, das Vorgänger Spiele wie Ingress von Google nicht hatten? Und warum folgt der Hype erst jetzt? Zum einen ist Pokémon eine etablierte Marke, die inzwischen mehr als 20 Jahre auf dem Markt ist und als eines der erfolgreichsten Zugpferde in der gesamten Spielindustrie gilt. Hier wird überdeutlich, wie der frühe Kontakt zur Marke und positive Kindheitserlebnisse zum Katalysator werden. Gestandene Familienmenschen werden wieder in den Nutzerkreis zurückführt. Zum anderen gehören leistungsstarke Smartphones und entsprechende Daten-Flatrates mittlerweile zum Standard. Diese beiden Faktoren legen gemeinsam neue Potenziale frei, die Nintendo und Niantic optimal ausschöpfen.

Sie sind noch immer nicht überzeugt und halten Pokémon GO nach wie vor für Kinderkram? Dann bleibt nur ein letzter Versuch: App laden und spielen. Wir treffen uns dann sicher beim Italiener um die Ecke zum Mittagessen. Der hat nämlich einen Pokéstop mit aktivem Lockmodul. In diesem Sinne: Gute Jagd.

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