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Influencer Marketing ist derzeit ein boomendes Geschäft.
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Influencer Marketing in der Kritik Nehmt Bibi und Sami in die Pflicht!

Influencer Marketing ist derzeit ein boomendes Geschäft.
Dass die noch junge Disziplin Influencer Marketing jüngst in die Kritik geraten ist, liegt an den Werbungtreibenden selbst. Das zumindest findet Helge Ruff, Geschäftsführer von 1-2-social. "Es ist zu viel 0815 im Spiel." In seinem Gastbeitrag für HORIZONT Online fordert er die Unternehmen auf, Bibi, Sami und Co. bei der Content-Kreation stärker in die Pflicht zu nehmen.
von Helge Ruff, 1-2social, Freitag, 03. Februar 2017
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Screenshot Instagram.com/bonniestrange
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Mit Influencern zur Best-Case-Kampagne

    Was das Thema Influencer Marketing betrifft, liegt aktuell einiges im Argen. Wenn Branchenkollegen argumentieren, wir sollen Influencern den Laufpass geben, widerspreche ich aber gänzlich: Nur weil das Thema derzeit von beiden Beteiligten, also den Unternehmern aber auch den Influencern, falsch angegangen wird, bedeutet es in keinster Weise, dass man dem den Rücken kehren sollte. Es wäre ja die gleiche Argumentation, die Unternehmen ab und zu anführen, wenn der Erfolg ihrer Social-Media-Maßnahmen ausbleibt: "Social Media ist völlig überbewertet. Das haben wir ausprobiert und es funktioniert nicht!"


    Völlig richtig ist, dass Reichweite allein auch beim Influencer Marketing nicht ausreicht, um bewerten zu können, ob eine Kampagne erfolgreich ist oder eben nicht. Und gerade deshalb haben wir doch paradiesische Zustände. Es gibt Personen mit großen Accounts, die in der Lage sind, zumindest theoretisch, andere Personen in ihrer Meinung zu beeinflussen. Zwar gibt es so einige Beispiele, bei denen Kooperationen teilweise oder völlig in die Hose gegangen sind, aber doch nur deshalb, weil das Thema falsch angegangen wurde. Die Argumentation wäre vergleichbar mit der Tatsache, Social Media als Marketing-Kanal als "nicht sinnvoll" aufzugeben, nur weil man es als Unternehmen selber nicht geschafft hat, darin erfolgreich zu sein.

    „Ich kann verstehen, dass beim Thema Influencer Marketing ein ungutes Bauchgefühl vorhanden ist. Aber die Unternehmen sind einfach selbst schuld.“
    Helge Ruff, Geschäftsführer 1-2-social
    Ich kann verstehen, dass beim Thema Influencer Marketing ein ungutes Bauchgefühl vorhanden ist. Aber die Unternehmen sind einfach selbst schuld. Sie haben dieses Machtungleichgewicht zugunsten der Influencer durch ihren selbstkreierten Hype selbst hervorgerufen. Häufig scheint es, dass viele schon froh sind, wenn überhaupt ein Influencer ihre Produkte in die Kamera hält, auch wenn sie dafür bezahlen. Auf der anderen Seite muss man feststellen, dass sich viele Influencer, zumindest aus der Sicht von außen, keine erkennbare Mühe geben, die Produkte ihrer Partner wirklich kreativ in Szene zu setzen. Auch hier ist zu viel 0815 im Spiel. Produkt in die Kamera gehalten, selber möglichst hübsch aussehen... passt... NICHT! Ich gebe Influencer Marketing eine Zukunft und würde auch weiterhin mit Bibi, Sami & Co. zusammenarbeiten. Aber nur unter bestimmten Bedingungen. Und zwar unter der Voraussetzung, dass man Influencer im Rahmen der Content-Kreation stärker in die Pflicht nimmt. Genau wie auf jedem anderen Kanal müssen sich Unternehmen und Influencer gemeinsam Gedanken machen, wie man ein Produkt oder eine Marke so kreativ in Szene setzt, dass die Botschaft auch bei der Zielgruppe ankommt. Ich meine nicht, dass man überlegt, wie ein Bild noch schöner aussehen kann, sondern wie aus einer einfachen Kooperation eine richtige Story wird. Influencer, die dieses Kriterium erfüllen, werden langfristig erfolgreich sein, Standard hat keine Zukunft.

    Influencer Marketing unterliegt wie jede neue Marketingform einer Evolution und muss sich weiterentwickeln und letztendlich auch beweisen. Abkehren würde ich mich von dem Thema noch lange nicht.

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