Philipp John, ReachHero

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Influencer-Marketing im Tourismus Wie Instagram dem Neckermann-Katalog Konkurrenz macht

Dienstag, 07. Februar 2017
2016 feierte Influencer Marketing in Deutschland seinen großen Durchbruch. Doch während viele Unternehmen erst zögerlich das Potential der digitalen Meinungsführer für sich entdecken, gehört der Einsatz von Influencern für die deutsche Tourismusbranche längst dazu. Von "einem wichtigen Faktor in der Verbreitung von Inhalten" sprach die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) schon 2015 und betonte die Bedeutung von Instagram. Wie geschickt die Branche mittlerweile auf Multiplikatoren setzt, macht Philipp John, COO und Gründer der Influencer-Marketing-Plattform ReachHero, für HORIZONT Online anhand von nationalen und internationalen Beispielen deutlich.

1.

#simplysaxony

Was steckt dahinter? Um für die Region unter ihren Fans aus aller Welt zu trommeln, schickte der Freistaat Sachsen zur Unterstützung seiner großangelegten Image-Kampagne mit dem Slogan „So geht sächsisch.“ (Im Englischen: Simply Saxony.) unter anderem Outdoor-Fotograf und Gründungsmitglied des Kollektivs German Roamers Max Münch (337.000 Abonnenten) sowie die beiden australischen Fotografen Emilie Ristevski (927.000 Abonnenten) und Jason Charles Hill (362.000 Abonnenten) auf Entdeckungstour in die Sächsische Schweiz. Alle drei teilten fleißig Bilder, die mit dem offiziellen Profil von SimplySaxony vertaggt wurden. Zudem kam ein gleichnamiger Hashtag zum Einsatz. 
War’s die Reise wert? Die atemberaubenden Naturaufnahmen sprechen für sich. Das Ergebnis ebenfalls: mehr als 182.000 Likes sowie über 2.600 Kommentare konnte die Aktion mit den drei Influencern einfahren.

Tourismus Marketing Gipfel

"Das nächste heiße Ding: Influencer-Marketing" heißt eines der Panels beim Tourismus Marketing Gipfel, den HORIZONT und fvw am 8, Februar in Düsseldorf veranstalten. Infos zum Kongress und zur Anmeldung dazu gibt es hier!

Indem neben dem deutschen Vorzeige-Instagramer Münch auch zwei internationale Botschafter zum Einsatz kamen, konnte die Kampagne auch weltweit für Aufmerksamkeit sorgen. Ein Indiz: Unter dem Hashtag #simplysaxony finden sich momentan bereits über 41.000 Beiträge auf Instagram.

2.

Germany Tourism wird gekapert 

Was steckt dahinter? Bekanntlich strahlen deutsche Innenstädte rund um Weihnachten besonders hell. Eine gute Gelegenheit, Deutschland als Tourismusziel in Übersee anzupreisen, dachte sich die Deutsche Zentrale für Tourismus und ließ sich im vergangenen Jahr etwas Besonderes einfallen: So übernahmen in der Vorweihnachtszeit abwechselnd verschiedene Instagramer das Ruder des offiziellen Germany Tourism-Kanals und führten die Fans für jeweils eine ganze Woche über Deutschlands schönste Weihnachtsmärkte – von Trier über Leipzig bis nach München. Mit dabei waren unter anderem die kanadischen Bloggerinnen Arienne Parzei (2.100 Abonnenten) und Solmaz (10.400 Abonnenten), die US-Reiseblogger Matt Long (38.900 Abonnenten) und Kate McCulley (93.100 Abonnenten) sowie der kanadische Travel-Fotograf Mike Corey (24.100 Abonnenten). Genutzt wurden die Hashtags #GermanXMasHop und #VisitGermany. 

War’s die Reise wert? Auch wenn nicht alle Bilder der verschiedenen Blogger am Ende wirklich zu 100 Prozent professionell aussehen, bleibt unter dem Strich ein gutes Ergebnis: Über 100.000 Likes und mehr als 1.000 Kommentare lassen darauf schließen, dass die Aktion bei den Fans dies- und jenseits des Atlantiks gut ankam. Indem die Influencer parallel auf ihren eigenen Kanälen für das Takeover Werbung machten und dabei auch den offiziellen Germany Tourism-Kanal vertaggten, wurden zudem Synergien geschaffen.

3.

#mystopover in Island

Was steckt dahinter? Alle für Island: Große Teile der Tourismusbranche, darunter die Airline Icelandair sowie diverse Initiativen des Inselstaats, haben sich zusammengetan und arbeiten hartnäckig am internationalen Reiseimage des Landes. Gemeinsamer Nenner ist der Kampagnen-Hashtag #mystopover. Hierunter finden sich auf Instagram Fotografien zahlreicher internationaler Influencer, die die Schönheit Islands zeigen sollen. Mit von der Partie sind auch Mitglieder des deutschen Fotografen-Kollektivs German Roamers wie Daniel Ernst (425.000 Abonnenten) oder Hannes Becker (963.000 Abonnenten), aber auch Teilen des schwedischen Pendants 46collective wie Instagramer Niklas (9.892 Abonnenten)



War’s die Reise wert? Schon allein aus ästhetischen Gesichtspunkten muss man hier einfach sagen: Ja! Jagt doch ein Traumbild das nächste. Und auch die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: So finden sich unter dem Hashtag #mystopover aktuell über 200.000 Einträge. Angesichts dieser enormen Anzahl an Postings wird das umfassende Erheben von Ergebnissen natürlich schwierig. Doch vielleicht nur soviel: Alleine die Mitglieder des German Roamers-Kollektives kommen auf über 300.000 Herzen für ihre Bilder und mehr als 4.000 Kommentare. Insgesamt also ein voller Erfolg für den kleinen Inselstaat im Norden - und seinen Tourismus.

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