HORIZONT vor 9 Acht Dinge, die Sie heute Morgen wissen sollten

Freitag, 24. Juli 2015
Amazon-Chef Jeff Bezos kann zufrieden sein
Amazon-Chef Jeff Bezos kann zufrieden sein
© Amazon

Guten Morgen. Frankfurt, 6 Uhr 13. Dialog mit der dreijährigen Tochter und Frühaufsteherin in der Familie: "Papa, warum gehst Du schon wieder arbeiten?" "Weil ich Nachrichten schreiben muss." "Dringend?" Hier sind die dringendsten Nachrichten vor 9 Uhr, die auch für Urlauber interessant sind. Allen anderen wünschen wir einen erfolgreichen Arbeitstag und ein erholsames Wochenende.



1. Amazon kann auch Geld verdienen. Bizarre Aktienwelt: Die Gelddruckmaschine Apple wird trotz Rekordgewinn von über 10 Milliarden Dollar an der Börse bestraft. Amazons Minigewinn von 92 Millionen Dollar bei 23 Milliarden Dollar Umsatz im zweiten Quartal 2015 dagegen lässt den Aktienkurs des E-Commerce-Giganten in die Höhe schießen, wie Handelsblatt Online schreibt. Grund für das Aktienhoch: Amazon ist bei Analysten eigentlich dafür berühmt und berüchtigt, jedes Quartal Verluste zu vermelden.


2. Axel Springer scheitert auf den letzten Metern. Rund ein Jahr lang soll sich Axel Springer um die "Financial Times" bemüht haben. Am Ende hat der deutsche Medienriese den Kürzeren gezogen. Die rund 1,2 Milliarden Euro, die der japanische Nikkei-Konzern gestern auf den Tisch legte, wollte Springer-Boss Mathias Döpfner offenbar nicht mehr überbieten. Wie knapp das Rennen war, schildert die "Financial Times" heute in einem Beitrag in eigener Sache. Nikkei soll Springer wenige Minuten vor Abschluss des Deals mit seiner Milliarden-Offerte kaltgestellt haben.


3. Digitalplattformen versus Verlage. Soziale Netzwerke, Inhaltedistributoren wie Apple News oder Online-Kioske wie Blendle übernehmen immer mehr Verlagsfunktionen. Stefan Plöchinger, Digital-Chefredakteur der "SZ", wird deshalb nicht bange, wie er im HORIZONT-Online-Interview erzählt: "Wenn die Konzerne irgendwann wirklich in Massen recherchierende, schreibende, filmende Journalisten einstellen würden, würden wir vielleicht wirklich über Verlegerisches reden; aber so denke ich bei den Plattformen eher an neue Arten von Kiosken."

4. BMW ist das deutsche Apple. Dieser Ansicht ist zumindest das "Manager Magazin". Im Interview beschreiben Marketingchef Steve Althaus und Benoit Jacob, Chefdesigner des BMWi, wie eine Kooperation mit dem echten Apple aussehen könnte. Althaus: "Wir führen Gespräche mit Apple zu Themen wie dem vernetzten Fahrzeug. Unsere i-Modelle sind bereits mit speziell für die Apple Watch konzipierten Apps vernetzt."

5. 2016 kommt ein neuer Neuer Markt. Nach einem Bericht des "Manager Magazin" soll es Anfang 2016 ein Börsen-Index für junge Wachstumsunternehmen geben. Der neue Neue Markt wird nicht mehr ein eigenes Segment, sondern lediglich ein Index sein, der die Entwicklung von Start-ups bis vor ihrem Börsengang abbildet. Der alte Neue Markt war 2003 geschlossen worden und hatte der Deutschen Börse wegen der dramatischen Kursverluste für Privatanleger einen herben Imageschaden beschert.

6. Deutschlands Top-Werbungtreibende. Der Werbedruck ist in Deutschland im ersten Halbjahr um 1,7 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro gestiegen, sagt Nielsen. Wir bringen die Grafiken zu den wichtigsten Entwicklungen, ganz nach dem Motto: "5 Tabellen sagen mehr als 100 Worte".

7. Der Kampf um die Transparenz im Media-Business. HORIZONT-Ressorleiterin Juliane Paperlein ist sicher:"Aus sich heraus wird sich das System nicht reformieren." In ihrem Kommentar zum Dauerthema Media-Transparenz schreibt sie: "Kommt es nicht zu einer gesetzlichen Beschränkung, vergleichbar mit der in Frankreich und neuerdings Ungarn, sind unverändert die Werbungtreibenden gefordert. Solange sie dem Treiben kein Ende setzen, wird es immer weitergehen."

8. Die reichsten Manager der Welt. Wer wissen will, wieviel ihm noch zum Vermögen von Bill Gates oder Mark Zuckerberg fehlt, sollte sich in einer ruhigen Minute das Bloomberg-Ranking der reichsten Manager der Welt zu Gemüte führen. Kleiner Tipp: Der Ärmste der Top-200-Liste ist der deutsche Unternehmer Ludwig Merckle, der auf sieben Milliarden Dollar taxiert wird.

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