"Bullying Jr." Mit diesem Stunt setzt Burger King ein starkes Zeichen gegen Mobbing

Donnerstag, 19. Oktober 2017
Mit dem cleveren Experiment setzt Burger King ein Zeichen für Zivilcourage und gegen Mobbing
Mit dem cleveren Experiment setzt Burger King ein Zeichen für Zivilcourage und gegen Mobbing
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Burger King Marketingstunt Herbert Scheithauer


Wer darf mit mehr Unterstützung rechnen, wenn er gemobbt wird: ein Schüler oder ein Burger? Diese Frage testete Burger King mit einem cleveren Marketingstunt in den USA - und kam zu einem erschreckenden Ergebnis. Während 95 Prozent der Gäste sich für ihren gemobbten Burger einsetzten, griffen nur 12 Prozent ein, um dem zur gleichen Zeit gemobbten Schüler zu helfen.
Es ist durchaus sehenswert, die Reaktion der Gäste zu beobachten, wenn sich die Restaurantmitarbeiter für den misshandelten Burger rechtfertigen. "Stimmt mit Ihnen etwas nicht?" "Was geht hier ab?" Keiner kann es glauben, dass sich jemand an einem Whopper Jr. abreagieren und das als harmlosen Spaß verteidigen würde. Umgekehrt lösen die Beleidigungen und Handgreiflichkeiten einer Gruppe Schüler gegen einen einzelnen Schüler nur wenige empörte Reaktionen aus. Das Mobbingszenario wird hier zwar nur durch Schauspieler inszeniert, aber die Reaktion der anwesenden Gäste ist echt. Der von der Agentur David Miami kreierte Marketingstunt soll den Markenclaim der Burger-Kette "Have it your Way" mit einer zusätzlichen gesellschaftlichen Dimension aufladen. Kritisieren lässt sich das Experiment zwar dafür, dass hier letztlich Äpfel mit Birnen verglichen werden. Denn beim ramponierten Burger werden die Gäste zunächst nur aktiv, weil sie ein Produkt reklamieren, für das sie gezahlt haben. Aber unbestreitbar ist, dass sich Burger King mit "Bullying Junior" einem Problem widmet, das viele der jugendlichen Kunden des Burger-Riesen persönlich kennen dürften. 30 Prozent der Schüler auf der ganzen Welt werden jedes Jahr Opfer von Mobbing. In Deutschland sind es 16 Prozent, also mehr als 1,5 Millionen Schüler.
Monica Lewinsky ist Initiatorin der Kampagne
Bild: Screenshot Youtube

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Und das Unternehmen belässt es nicht nur beim emotionalen Appell, sondern verweist auch auf die Initiative Fairplayer.de, die gegen Mobbing kämpft. Vereinsvorsitzender Herbert Scheithauer: "Jeder von uns kann etwas gegen Mobbing tun. Nämlich hinsehen, eingreifen, helfen. Schlicht: Rückgrat und Zivilcourage beweisen."

Spannend bleibt nun die Frage, ob Burger King diese Kampagne nutzt, um daraus dauerhaft eine gesellschaftliche Plattform in der Tradition von Doves "Real Beauty" zu entwickeln. Die Marke würde damit dem Trend folgen, nach dem Unternehmen sich heute immer stärker auch in gesellschaftlichen Fragen positionieren. Zudem wäre es eine effektive Plattform, um den 2014 eingeführten Claim "Be your way" in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Allerdings macht ein derartiges gesellschaftliches Engagement Unternehmen auch angreifbarer für politisch motivierte Kritik von Interessengruppen. cam
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