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Gastbeitrag

Videomarketing: Worauf es ankommt


Marketing per Video gehört zum Marketing dazu, sagt Rainer Zugehör. In seinem Gastbeitrag schildert der Chef von MovingIMAGE24 in Berlin die Anforderungen und Herausforderung an Video-Botschaften werbungtreibender Unternehmen.
 
Rainer Zugehör: Video-Marketing wird immer bedeutsamer 

Rainer Zugehör: Video-Marketing wird immer bedeutsamer


Video als Kommunikationsmittel ist heute ein logisches Mittel auf Unternehmens- und Marken-Websites, lassen sich doch damit mehr Sinne ansprechen und Botschaften für den User leichter vermitteln. Und auch im Onlinemarketing selber, das immer stärker an Bedeutung gewinnt, wächst der Bereich Video-Marketing. So setzen immer mehr Unternehmen auf Webvideos - egal, ob als kurzer Produktclip oder kompletter Imagefilm. Sie wollen Informationen weitergeben, Produkte oder Events vorstellen, User über Vorträge oder Neuigkeiten unterrichten oder den Anwender selbst zu Wort kommen lassen. Videos steigern außerdem die Konversionsrate, da Produkte besser wahrgenommen werden können. Doch Zielgruppen zu erreichen, ist auch mit Video eine Herausforderung. Aufmerksamkeit ist längst auch in der Video-Kommunikation zur bedeutenden Ressource geworden. Beim Videomarketing stellen sich also die bekannten Fragen: Wie sticht man aus der Masse hervor und wird wahrgenommen? Wie erreichen die Botschaften das Zielpublikum?
Lädst du noch oder siehst du schon?
 
Lange Zeit galt es als hip, auf sogenannten UGC, also User Generated Content, zu setzen und diesen viral zu verbreiten, der dann in Guerrilla-Manier auf Videoplattformen wie Youtube eingestellt wurde und sich von dort verbreitete. Doch bei mehr als 100/000 Stunden Videomaterial pro Tag - man stelle sich diese Zahl einmal vor! - müssen sich werbungtreibende Unternehmen heute genau überlegen, wie sie aus dieser Masse hervorstechen können - und ob sie hier ihre Klientel und ihr Branchenumfeld wirklich erreichen.
 
Auch Anforderungen an die Videotechnologie müssen heute gestellt werden, die vor ein paar Jahren noch irrelevant waren: Erreichen die Videos die potenziellen Kunden und User auch auf dem Mobiltelefon? Auf dem Tablet? Wie lange sind die Ladezeiten von Video-Content? Lange Ladezeiten oder ein verpixeltes Bild lassen potenzielle Kunden gleich wieder verschwinden. Aspekte wie diese verdeutlichen die Verzahnung von Content-Anbietern, Online-Redakteuren, Sales-Abteilung und IT: Ist hierfür noch der Online-Redakteur zuständig oder schon die IT?
 

Bessere Marketing-Ergebnisse mit Social Media
 
Das Social Web spielt eine entscheidende Rolle im Video-Marketing. Für die User ist es ein Leichtes, Clips über Social Bookmarks auf Plattformen wie Facebook oder Twitter empfehlen oder veröffentlichen zu können. Denn, so hat ein Comscore-Ranking ergeben, wird das größte soziale Netzwerk, Facebook, immer mehr zum Videoportal: Im Juli 2012 verzeichnete Facebook erstmals mehr Videozuschauer als Yahoo. Eine bessere Word-of-Mouth-Plattform kann man sich kaum vorstellen: Gefällt Kunde X das Video von den neuesten Schuhen und empfiehlt er es in seinem Netzwerk mit 300 Freunden weiter, versehen mit den Worten „Will haben!!! Now!!!", reibt sich jeder Marketer die Hände.
 
Wichtig ist nur, dass Unternehmen auch hier als Brand erscheinen und die User nicht abwandern lassen auf andere Plattformen: Der Videoplayer sollte daher auch für Facebook optimiert sein. Mit einem ans Corporate Design angepassten Videoplayer kann die Zielgruppe im weltweit größten sozialen Netzwerk im Zentrum der Aufmerksamkeit angesprochen werden: in ihrem Newsfeed. Im Vergleich zum Facebook-Player oder dem von Youtube verfügt eine eigene Player-Lösung über entscheidende Vorteile: So bietet ein individuell angepasster Player Wiedererkennung der Brand. Zudem lässt sich das Firmenlogo in der Player-Leiste integrieren, über das der User zum Beispiel zur eigenen Firmen-Website weitergeleitet werden kann - und nicht zu anderen Videoplattformen.
 
Interaktivität - kein bloßes Wort, sondern echter Mehrwert
 
Die so oft geforderte Interaktivität kann sich im Onlinemarketing als echter Mehrwert entpuppen. Da Videos emotionaler sind als Texte, weil Bilder und Musik Gefühle beim Käufer wecken und mit ein paar Klicks wie oben dargestellt leicht nach dem Word-of-Mouth-Prinzip weiterverbreitet werden können, sind sie für interaktive Features besonders geeignet.
 
E-Shop-Betreiber und andere Anbieter können durch platzierte Einblendungen im Video auf ihren Shop oder weiterführende Informationen zum gezeigten Produkt hinweisen und direkt verlinken. Positiver Nebeneffekt: Diese Form des Social Network Marketing ist - im Gegensatz zu Werbeanzeigen - auf Facebook kostenlos. Mitmach- und Aktionselemente kommen stärker denn je zum Einsatz, eine direkte Verbindung zum Warenkorb, zum Weiterleiten, zu Rabattaktionen oder weiterführenden Informationen beziehen den Konsumenten stärker denn je ein.
 
Viele Firmen nutzen bereits die Möglichkeit, Videoinhalte mit Call-to-Action-Elementen zu versehen. So präsentiert die Parfümerie Douglas im Douglas TV, einem Onlineformat, Videos zu Make-up-Tipps; parallel dazu wird das gerade verwendete Produkt mit Preis und Warenkorb angezeigt. Die Möglichkeit, eine Interaktion mit dem User herzustellen, geht sogar über den E-Commerce hinaus: So setzt die Targobank in einem Recruiting-Video auch Links zu weiterführenden Interviews ein - dasselbe Prinzip, nur dass es hier nicht um das Thema Shoppen geht. Genauso kann man zu weiterführenden Informationen leiten, Spendenaufrufe starten, auf andere Videos oder andere Produkte verlinken und vieles mehr.
 
Onlinemarketing verändert sich - Bewegtbild hilft dabei
 
So wie sich das Konsumverhalten der Menschen ändert, muss sich das Marketing mitverändern. Während Second Screens bald Usus sein werden, der Zuschauer auf der Couch parallel Videos anschaut, auf Facebook kommentiert, weiterleitet und ein Produkt im Web-Shop ersteht, müssen sich Unternehmen auf diese Anforderungen einstellen und Content und Technologie darauf abstimmen. Hier gilt nicht mehr nur „Content is king" - der Kunde ist König, nach wie vor. Und Video-Marketing kann einen großen Teil dazu beitragen, dem Kunden ein Stück näher zu kommen.
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