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„The medium is the message“: FAZ, Süddeutsche, Zeit und Handelsblatt gründen „Quality Alliance“


von Katrin Lang,
Redakteurin Medien

Dölz, Esser, Haaks und Trevisan verkünden die „Quality Alliance“ beim Deutschen Medienkongress

Dölz, Esser, Haaks und Trevisan verkünden die „Quality Alliance“ beim Deutschen Medienkongress

Die nächste Allianz für Print: Der Verlag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der Süddeutsche Verlag, die Zeit-Gruppe und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die „Quality Alliance“ gegründet. Wie Marianne Dölz, Rainer Esser, Detlef Haaks und Tobias Trevisan beim 5. Deutschen Medienkongress von HORIZONT in Frankfurt verkündeten, machen die Qualitätszeitungen künftig im Gattungsmarketing gemeinsame Sache.

 
FAZ-Chef Tobias Trevisan (Foto: Friedemann Vogel) 

FAZ-Chef Tobias Trevisan (Foto: Friedemann Vogel)

Mit dem Titel „Aktuelles Branchenthema“ war die Diskussionsrunde am ersten Tag der Branchenveranstaltung in Frankfurt überschrieben – und das ist die bisher im Verborgenen besprochene „Quality Alliance“ durchaus. Kein Medium hat im Jahr 2012 mehr verloren als Print, und kein Medienmanager glaubt, dass es in den kommenden zwölf Monaten besser laufen wird für Zeitungen und Zeitschriften. Sogar Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeit-Verlags, gab zu: „Es stimmt, wir sind zuletzt ein bisschen in die Defensive geraten. Aber wir kommen langsam, dafür nachhaltig.“ Ganz ähnlich sehen das die von HORIZONT befragten Chefs deutscher Mediaagenturen.
Die nun gestartete Kooperation könnte Essers Zitat künftig bekräftigen. Die Gründer der „Quality Alliance“ verstehen sich als eigenständige Gattung, die sich in Sachen Glaubwürdigkeit, Relevanz und nationale Verbreitung von anderen Tageszeitungen unterscheiden, aber eine ähnliche verlegerische Haltung teilen.
 
Hohe Standards der journalistischen Qualität und Verlässlichkeit seien deren Kern und die Basis der künftigen gemeinsamen Arbeit. Interessen, die laut Tobias Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung der „FAZ“, „die gesamte Branche braucht“. Und Mitstreiter, die an dieses Geschäftsmodell glauben, seien in der „Quality Alliance“ auch jederzeit willkommen.
 
Zunächst wollen die vier Verlage jedoch damit beginnen, in der Öffentlichkeit den Stellenwert und die Stärken ihrer Printmedien zu verdeutlichen. Unter dem Claim „The medium is the message“ wollen Dölz, Esser, Haaks und Trevisan verstärkt mit Auflagen- und Leistungsdaten, Zielgruppen-Qualitäten und Werbewirkungsnachweisen werben. „Vielleicht bekommt der Werbetreibende ja allmählich doch den Eindruck, dass Werbung neben einem Text von Frank Schirrmacher mehr Kontaktstärke besitzt als neben einem nackten Hintern“, so Zeit-Chef Esser.
 
Handelsblatt-Geschäftsführerin Dölz (Foto: Friedemann Vogel) 

Handelsblatt-Geschäftsführerin Dölz (Foto: Friedemann Vogel)

Laut Trevisan schafft das neue Bündnis vor allem einen Rahmen zur Bündelung gemeinsamer Gattungsinteressen, ein Diskussionsforum, in dem man sich auch über Themen wie Paid Content oder tendenziell auch über gemeinsame Beilagen austauschen könne. Einem Zusammenschluss in der Printvermarktung erteilte der FAZ-Mann in Frankfurt jedoch eine klare Absage: „Das werden wir nicht tun. So wie es jetzt ist, ist es am besten, um seine Interessen im Markt zu vertreten.“
 
Im digitalen Bereich gehen die vier Qualitätsmedien schon seit Ende vergangenen Jahres Hand in Hand – in der Vermarktungsgesellschaft iq digital media der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Jahresanfang 2013 startete die Kooperation offiziell, die nun die „Quality Alliance“ zur Seite bekommen hat. „Print verliert – das mag manchmal stimmen, aber nicht für uns“, betonte Handelsblatt-Geschäftsführerin Dölz. Besser kann man mit Marketing nicht starten. kl
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