16.04.2008
Standort Schweiz: Lieber umsonst
Der Schweizer Tagespresse laufen die Leser davon - zumindest die Leser von Kauftiteln. Die großen Gewinner dieser Flucht sind die Gratiszeitungen. Dieser Markt ist in dem Alpenland europaweit am weitesten entwickelt und das schlägt sich auch in den Reichweitenzahlen nieder: Innerhalb des vergangenen Jahres setzten sich "20 Minuten" in der Deutschen Schweiz und "Le Matin Bleu" in der Französischen jeweils an die Spitze der Tagespressetitel.
Entsprechend hart umkämpft ist eben jener Gratisprintmarkt. Allein fünf Titel kämpfen um die Vorherrschaft bei den deutschsprachigen Lesern. Dabei bekommt das stärkste Produkt, "20 Minuten" aus dem Medienverlag Tamedia neuerdings Konkurrenz von "Punkt CH". Das erst im September 2007 gestartete junge Blatt, versuchte den Weg zu den Kunden abzukürzen, indem es den Vertrieb in die Wohngebiete startete. Die Zustellung führte jedoch zu Problemen - die Abfallmenge stieg an. Und auch der Anzeigenverkauf läuft noch nicht so, dass der Titel die Spitzenreiter schon ernsthaft gefährden könnte.
Gefährdet sind hingegen Hersteller, die das Schweizerkreuz für das Marketing ihrer Produkte in Anspruch nehmen. Die Verwendung zu Werbezwecken hat in jüngster Zeit so inflationär zugenommen, dass die Bundesregierung neue Gesetze vorbereitet: Nur Waren aus der Alpenrepublik, deren heimischer Anteil an den Herstellungskosten mindestens 60 Prozent beträgt, sollen das weiße Kreuz auf rotem Grund zukünftig noch verwenden dürfen. Damit Schweiz drin ist, wo Schweiz drauf steht.
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Ansprechpartner „Specials": Dr. Jochen Zimmer
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Ausgerechnet ein Spezialist für Werbung am PoS relativiert die goldene Regel, nach der 70 Prozent der Kaufentscheidungen dort fallen. Global kehrt Ogilvy Action die Formel um. Hierzulande greifen 38 Prozent der Shopper spontan zu.
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