HORIZONT.NET
18.06.2008

Interview: Der Druck auf Corporate Publishing steigt


Lutz Glandt glaubt an die kommunikativen Stärken der gedruckten Medien 

Lutz Glandt glaubt an die kommunikativen Stärken der gedruckten Medien

Lutz Glandt, Bereichsvorstand Deutsche Post Presse Services, spricht im Interview über die Notwendigkeit, aus der Masse herauszuragen und die Zukunft der Kundenmedien.

HORIZONT: Wie halten Sie es selbst: Informieren Sie sich lieber aus Gedrucktem oder bevorzugen Sie die digitalen Medien?
Mein Berufsweg hat mich schon deutlich in Richtung Print geprägt. Der Faszination von
Print kann und will ich mich auch heute nicht entziehen. Für beruflich aktuell relevante Informationen nutze ich aber fast ebenso häufig das Internet - vor allem auf Reisen für den schnellen Überblick.

Die Kaufpresse leidet unter der Konkurrenz durch Internet und digitale Medien. Gilt das auch für Kundenzeitschriften?
Die gedruckten Medien werden im Corporate Publishing immer ihren hohen Stellenwert behalten. Das bestätigt auch unsere aktuelle Entscheider-Studie "Nutzung und Akzeptanz von Corporate-Publishing-Produkten". Danach stufen über 70 Prozent der Befragten CP-Print-Produkte als sehr wichtig oder wichtig ein. Kein anderes Medium vermag Marken- und Imagebildung derart nachhaltig zu unterstützen. Aber es werden sich in den nächsten Jahren auch im CP-Segment immer mehr innovative Mischformen zwischen Print und Online herausbilden.

Welche Ergebnisse der aktuellen CP-Studie haben Sie hinsichtlich der Nutzung
von Kundenmedien am meisten überrascht?
Angesichts der knappen Ressource Zeit hat mich die hohe Nutzung von elektronischen Formaten wie E-Mail-Newslettern überrascht - ebenso die Unkenntnis neuerer digitaler Formate wie Pod- und Videocasts. Das hat vielleicht mit der Arroganz der Medienmacher zu tun, die einfach erwarten, dass ihre Zielgruppen in Bezug auf neue Medienformate
ebenso informiert sind wie sie selbst.

E-Mail-Newsletter fluten die Postfächer von Entscheidern, auch weil sie günstiger zu produzieren und zu verteilen sind. Wird dieser Trend anhalten?
Die Verlockung des auf den ersten Blick preisgünstigen Transports ist schon enorm. Deshalb wird die Zahl der E-Mail-Newsletter weiter ansteigen. Doch mit jedem neuen wird die Zahl der "Annahmeverweigerer" durch spontane Ablehnung oder elektronische Sperrfilter zunehmen. Somit wird der Druck, zum Relevant Set des Empfängers zu gehören, in Zukunft wachsen.

Die Deutsche Post betreibt einen CP-Shop. Welche Nachfrage verzeichnen Sie?
Mit dem CP-Shop unterstreichen wir unseren Anspruch als innovativen Dienstleister.
Und der Erfolg gibt uns Recht: Seit Einführung des Affiliate Marketing im Frühjahr 2006 haben wir über den CP-Shop mehr als 41000 Abonnements generieren können. Aktuell bieten wir im CP-Shop 75 Titel an. Die Herausgeber von Kundenzeitschriften schätzen dabei insbesondere die Möglichkeit, sich kostenlos auf der Online-Plattform "Leserservice" präsentieren zu können. 
Interview: Roland Karle 
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