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10.12.2008

Agentur-Ranglisten

HORIZONT-Kreativranking: Alle Fakten, Stimmen und Hintergründe auf einen Blick


Das Warten hat ein Ende. Das HORIZONT-Kreativranking des Jahres 2008 - mit den 30 kreativsten Kommunikationsagenturen und den 20 kreativsten Kunden - ist erschienen. HORIZONT.NET präsentiert alle Ergebnisse, die wichtigsten Charts, die Statements der Top-Kreativen und die besten Kampagnen gebündelt in einem umfangreichen Online-Special.
 
Triumphieren: Holger Jung (li.) und Jean-Remy von Matt 

Triumphieren: Holger Jung (li.) und Jean-Remy von Matt

Erneutes Rekordergebnis: Jung von Matt führt das Kreativranking an
 
Die Agentur Jung von Matt (JvM) hat sich mit großem Abstand zu ihren Verfolgern den 1. Platz im  HORIZONT-Ranking der kreativsten deutschen Werbeagenturen gesichert. Nach dem Rekordjahr 2007 konnte die Gruppe mit Niederlassungen in Hamburg, Berlin und Stuttgart die Anzahl der gewonnen Kreativpreise  erneut um ein Drittel steigern und kommt damit auf 216 Trophäen und insgesamt 2884 Kreativpunkte. mehr
 

Bildergalerie: Kreativranking - das sagen die Agenturmanager

Bildergalerie: Kreativranking - das sagen die Agenturmanager
 
Der große Sieger des HORIZONT-Kreativrankings steht fest. Die Hamburger Agentur Jung von Matt landet erneut mit großem Abstand auf Rang 1 - mit deutlichem Abstand und insgesamt 2884 Punkten. Unterdessen mehren sich die Stimmen, die die Flut der Kreativpreise und die damit verbundenen Kosten kritisieren. Einige Agenturmanager finden, dass manchen Awards ein zu hoher Stellenwert eingeräumt wird - und sorgen damit freilich für eine lebhafte Debatte. HORIZONT.NET hat mit führenden Agenturmanagern gesprochen. Was Kreativköpfe wie Amir Kassaei, André Kemper und Helmut Sendlmeier dazu sagen, steht in der hinterlegten Bildergalerie.
 

 
Zum Vergrößern klicken / Das komplette Chart gibt es hinter dem Link  

Zum Vergrößern klicken / Das komplette Chart gibt es hinter dem Link "Chart-Download"

Chart: Die Top 30 der kreativsten Kommunikationsagenturen in Deutschland 2008
 
Jung von Matt ist auch im Jahr 2008 der große Sieger des HORIZONT-Kreativrankings. Die Hamburger Agentur kommt unter dem Strich mit insgesamt  216 Preisen auf 2884 Punkte. Damit liegt die von Holger Jung (li.) und Jean-Remy von Matt geführte Agentur deutlich vor dem stärksten Verfolger DDB Group Germany, der mit 2228 Punkten vor Ogilvy auf Rang 2 liegt. Zum Chart-Download
 

Konzerthaus Dortmund - SYMPHONY IN RED

zur Kampagne
Die Top-Werbespots
 
Obwohl Deutschland traditionell als starke Printnation gilt, haben hiesige Kreative auch in der Kategorie Werbefilm aufgeholt. Die Königsdisziplin der internationalen Wettbewerbe wird zwar nach wie vor von Agenturen aus den USA und Großbritannien dominiert - viele der deutschen Arbeiten können sich aber durchaus sehen lassen. HORIZONT zeigt eine Auswahl der erfolgreichsten Spots des Award-Jahres 2008. Mit dabei ist natürlich wieder der Dauerbrenner "Power of Wind", den Nordpol für Epuron entwickelt hat. Zu den TV-Spots
 
 
Aufsteiger: André Kemper 

Aufsteiger: André Kemper

Die Aufsteiger und Absteiger
 
Um einen der Top-Plätze im HORIZONT-Kreativranking zu ergattern, mussten die Agenturen im Werbejahr 2008 einiges vorweisen. Auffällig ist, dass die Punktezahl der Top-Platzierten im Vergleich zum Vorjahr enorm angestiegen ist - für einige Agenturen ging es aber auch bergab. Das gilt etwa für die deutschen Niederlassungen der großen Networks wie BBDO: Unter der neuen Führung musste Deutschlands größte Agenturgruppe den Platz auf dem Treppchen einbüßen. Auch die Agenturgruppe Publicis, die schon länger nicht besonders gut abschneidet, ist jetzt ganz aus dem Kreativranking gepurzelt.  mehr
 
Ikea gehört zu den kreativsten Kunden 

Ikea gehört zu den kreativsten Kunden

Bildergalerie: Die Top-Kampagnen der kreativsten Kunden:
 
Im Werbejahr 2008 gab es einige Auftritte, die aus der Masse der Werbekampagnen herausragten - und gerade auch im Hinblick auf die Platzierung im aktuellen HORIZONT-Kreativranking eine besondere Rolle gespielt haben. HORIZONT.NET präsentiert in dieser Bildergalerie die Top-Kampagnen der erfolgreichsten Kunden. Mit dabei: Der Möbelriese Ikea, Adidas - und selbstverständlich Volkswagen. Zur Bildergalerie
 
 Chart: Die Top 10 Einzelagenturen 2008
 
Das Ranking der 10 besten Einzelagenturen wird ebenfalls klar von Jung von Matt angeführt. Den Sprung auf Rang 2 schafft DDB, gefolgt von Nordpol, Ogilvy & Mather und Scholz & Friends. Zum Chart-Download.
 
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Chart: Die Top 20 der kreativsten Werbekunden und Medienunternehmen 2008
 
Auch im Kunden-Ranking gibt es einen klaren Sieger. Mit 1727 Punkten landet Volkswagen auf Rang 1. Zum Erfolg des Autobauers aus Wolfsburg hat insbesondere die Kernmarke Volkswagen beigetragen, die 1574 Punkte beisteuert. Rang 2 belegt Daimler mit 1087 Punkten. Damit liegen die Stuttgarter deutlich vor dem drittplatzieren Ikea (791 Punkte). Zum Chart-Download.
 

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (6)
Hans Albert Salden sagte am 15.12.2008 um 10:00

Kreative Expansion

Eine Kreativagentur muss Kreativpreise gewinnen. Das gilt schon so lange, dass es fast schon langweilig ist? Warum nicht auch diese Regel brechen? Wie wäre es mit einer Kreativ-Agentur, die bewusst auf Einreichungen verzichtet, weil der gemeinsame Auftrag von ADC und GWA ursprünglich lautete, das Werbeniveau in Deutschland insgesamt anzuheben. Je höher das Niveau, desto eher werden aus Werbekosten Investitionen. Das Wecken dieses Bedarfs sollte bei großen Markenunternehmen beginnen und sich auf die umliegenden Regionen ausweiten, damit auch kleinere Unternehmen ein Coming-Out wagen und über sich hinauswachsen, weil wir andere Ressourcen nun mal nicht haben im Land der Ideen. Diese kreative Expansion wäre zunächst sehr mühsam und wenig selbstbezogen. Aber es wäre eine willkommene Abwechslung und die Kreativbranche wäre nach ein paar Jahren um einige Facetten reicher.
Hans Albert Salden sagte am 18.12.2008 um 08:02

Lächeln vergeht?

Wenn Jung von Matt auch im nächsten Jahr wieder die Nr. 1 sein wird, dann könnte das auch ein Zeichen dafür sein, dass sie nicht mehr angegriffen werden. Denn auch in der Kommunikationsbranche wirkt sich die mangelnde Wertschätzung abschreckend auf den Nachwuchs aus, dessen oberstes Ziel der Angriff sein muss, damit der Wettbewerb gesund bleibt. Umso bedeutender ist die Verantwortung, die den jetzt noch führenden Kreativagenturen zukommen müsste. Werbung nährt die Vierte Gewalt im Staat. Wenn die Agenturen ihren Auftraggebern den Nutzen von Print-Werbung nicht mehr verkaufen können, dann führt diese mangelnde Wertschätzung zu einer Zensur. Die Schuldigen werden nicht mehr mit der notwendigen Leidenschaft niedergeschrieben. Und die Online-Medien sind wenig geeignet, um investigativen Journalismus zu kultivieren bzw. zu finanzieren. Wie viele Feldforscher, die gerade im Auftrag der Werbung unterwegs sind, bekommen auf die Frage: Wenn nächste Woche Bundestagswahlen wären, wen würden Sie wählen...eine eindeutige Antwort? Oder anders gefragt, was nützt uns die beste Kreativagentur, wenn sie einfach nur zusieht, wie die Grundlagen der freien Marktwirtschaft so offen liegen wie die Zahnhälse eines Paradontose-Patienten? Am Ende steht der Total-Ausfall. Dann vergeht nicht nur den Kreativagenturen das Lächeln.
Wärbärbär sagte am 22.12.2008 um 19:18

Hm.

Hans Albert, is doch nur Werbung! ;-) Aber ein paar Leutchen verdienen damit gutes Geld und die Marktwirtschaft bleibt in Gang. Also: nich uffrejen. Und mit Verlaub: Das mit Print und Online ist völliges Unwissen deinerseits. Da haste wohl den Schuss nicht gehört. Ziemlicher Quatsch, den du hier verzapfst.
Hans Albert Salden sagte am 23.12.2008 um 12:53

Legt an!

doch, den Schuss habe ich gehört, aber er hat mich verfehlt.
Hans Albert Salden sagte am 24.12.2008 um 06:42

Weihnachtsbaumkrise

?noch etwas Besinnliches zum Fest: Wenn eine exzellente Berichterstattung mit Haltung über die Online-Medien verbreitet wird, dann ist das so, als ob man einen Jahrgangs-Champagner in ein Wasserglas schüttet. Damit der Champagner auch unter diesen Bedingungen seine Kostbarkeit entfaltet, müsste er weiter verbessert werden, was mit höheren Kosten verbunden wäre. Diese wird man jedoch vermeiden, weil ohnehin nur Sprudelwasser verlangt wird bzw. ein Newsticker. Das Unterhaltungsfernsehen darf sich gefährdet sehen, da stellt man sich online ein besseres Programm zusammen. Doch was die fundierte Print-Berichterstattung betrifft, da ist die Offline/Online-Umstellung eine herbe Enttäuschung. Der Text erreicht nicht die ihm gebührende Tiefe, was an dem Medium liegt. Jedes geschriebene Wort scheint wie in Nebel getaucht, wie ein von Mehltau überzogenes Rosenblatt. Die Rose verblüht in der Knospe. Hier darf man die Existenzberechtigung der Online-Medien auch darin sehen, den Qualitätsdruck auf die Offline-Medien zu erhöhen. So, und jetzt gehe ich los und haue einer Tanne die Spitze ab. Gestern war Weihnachtsbaumkrise. Alles ausverkauft.
Hans Albert Salden sagte am 22.05.2009 um 09:28

5 Monate später

Das Gefühl, dass sich die Krise wie ein Leichentuch über das Land legen könnte, ist plötzlich weg. So fühlt es sich also an, wenn man im Auge des Sturms steht. Auch die Kreative Revolution des ADC ist ausgeblieben. Als Erklärung könnte eine Anzeige der taz dienen, die der ADC ausgezeichnet hat: "Die Avantgarde erkennt man an Spott, Verweigerung und finanzieller Not." Was nichts anderes heißt als: der Fortschritt geht nicht von den Stärksten und Besten aus (zumindest nicht direkt), sondern von den Schwachen, die von den Starken an den Rand gedrängt werden - hinein in ökologische Nischen, wo die Evolution schon immer ihre Neuerungen zur Welt gebracht hat. Die Stärksten und Besten müssen also nur abwarten und den Subkulturen die Neuerungen entlocken, um noch stärker, besser und ruhmreicher zu werden. Also nicht "zukaufen", wenn das Neue in den Mainstream übergeht (Bsp. Online-Entwicklung), sondern sich das Neue bereits im Pionierstadium einverleiben. Nur so kann sich die Kreativbranche glaubhaft als "Nabel der Ideenwirtschaft" etablieren - für alle Disziplinen. Das bedeutet, der ADC kann so bleiben wie er ist, sollte jedoch stärker dafür sorgen, dass die Party auf intelligente Weise weitergeht, also neugierig, zuvorkommend und offen sein, Verantwortung für das Ganze übernehmen, Geschlossenheit demonstrieren, mit der Investorenrolle liebäugeln, kurz: erwachsen (potent) werden, damit für die Avantgarde die Rückkehr oder Einkehr ins kreative Zentrum attraktiv bleibt. Geht dieser Anreiz verloren, verlieren die Besten und Stärksten ihre Bedeutung als Zugpferd und das System fällt in sich zusammen bzw. zernagt sich selbst. Dass die Kreativbranche momentan derart taumelt, hat nicht nur mit den stürmischen Zeiten zu tun. Es lässt sich eher mit dem Satz erklären, der von einer Überlebenden des Erdbebens in San Francisco (1906) stammt: "Wenn man nicht weiß, was passiert, weiß man auch nicht, was man tun soll." Wenigstens Jean-Remy von Matt hat sich vor ein paar Wochen herausgetraut. Auch wenn sein Mantra: "Auf das Herz zielen und die Brieftasche treffen" von vielen Ohren übersetzt wurde in "Aufrichtigkeit vortäuschen und Kohle kassieren", weil man sich zu sehr an gewissenlose Finanzberater erinnert fühlte, war der Schritt in die Öffentlichkeit notwendig, um die Kreativbranche angesichts der Wirtschaftskrise nicht noch passiver wirken zu lassen.

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