09.05.2008
Fünf Fragen an Friedrich Wehrle, Geschäftsführer Motor Presse Stuttgart
Die Motor Presse Stuttgart hat 2007 gegenüber dem Vorjahr rund 1 Prozent weniger erlöst - zum ersten Mal seit 2002. Was ist der Grund?
In einem so dicht besetzten und in weiten Teilen gesättigten Medienmarkt wie in Deutschland ist Wachstum schwierig. Zudem hat sich in Spanien, Frankreich und der Schweiz, unseren wichtigsten europäischen Märkten, die Konjunktur abgekühlt. Aber die Einbußen sind ja nicht dramatisch, zumal die wichtigste wirtschaftliche Kennzahl stimmt: Wir haben erneut ein gut zweistelliges Ergebnis erzielt.
Stellen Sie sich auf Stagnation ein?
Nein, wir werden weiter wachsen - im Schnitt 2 bis 3 Prozent pro Jahr ist das Ziel. Bis in etwa fünf Jahren wollen wir 400 Millionen Euro umsetzen.
Wie geht es im Ausland voran?
Lateinamerika ist für uns die derzeit am schnellsten wachsende Region. Wir sind dort in Argentinien, Brasilien und Mexiko vertreten, seit 2007 auch in Kolumbien. Auch unsere Auslandstochter in China entwickelt sich gut. Ebenso, nach schwierigen Anfangsjahren, die osteuropäischen Länder. Vor allem in großen, bevölkerungsreichen Ländern erzielen wir schöne Zuwachsraten.
Wie sehen Ihre Pläne in der Heimat aus? Bei Auto- und Motorradzeitschriften herrscht hochgradiger Verdrängungswettbewerb.
Unsere Kernmärkte Auto und Motorrad stagnieren oder sind rückläufig, das lässt sich nicht bestreiten. Sicher ergeben sich immer mal wieder interessante Nischen, in denen man einen neuen Titel erfolgreich starten kann. Prinzipiell vertrauen wir aber mehr darauf, unsere großen Marken zu pflegen und vital zu halten. Das bringt im Zweifel einen besseren Ergebnisbeitrag als Experimente im Printmarkt.
Innovationen auf gedrucktem Papier sind von der MPS also künftig kaum zu erwarten?
Das wäre falsch interpretiert. Im Markt der Spezialzeitschriften haben wir zum Beispiel 2007 "Road Bike" und "2 Räder" neu auf den Markt gebracht, die sich erfreulich entwickeln. Und es gibt noch etliche Segmente, in denen wir bislang nicht oder kaum aktiv sind. Den Bereich Lifestyle, Sport und Freizeit haben wir für uns ganz klar als Wachstumsmarkt definiert.
Interview: Roland Karle
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