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Die Zeitungen: Krise macht Umdenken nötig


Jürgen Richter, Berater und Ex-Medienmanager 

Jürgen Richter, Berater und Ex-Medienmanager

Auflagenschwund und Anzeigenflaute machen den Verlagshäusern nicht erst seit gestern zu schaffen. Gründe dafür gibt es viele: Die leeren Geldbeutel der Verbraucher, die Konkurrenz durch das Internet, welches die Inhalte zudem kostenlos bereitstellt, die Globalisierung. Jürgen Richter, Berater und Ex-Medienmanager unter anderem bei Bertelsmann und Axel Springer, spricht im HORIZONT-Exklusivinterview über Ursachen der Krise und betont: "Auch die Verleger haben Fehler gemacht. Viele von ihnen stellen Renditestreben über die journalistische Qualität". Richter appelliert an die Verlage, nicht an der falschen Stelle zu sparen: "Wenn in einem Restaurant das Essen schlechter, die Portionen kleiner und die Kellner unfreundlicher werden, gehen die Leute nicht mehr hin. So ähnlich ist die Situation bei den Zeitungen."

Ein Weg aus der Krise könnte gerade für Lokalzeitungen sein, sich auf die Kernkompetenz zu besinnen und qualitativ hochwertige regionale Berichterstattung zu bieten. Blattmacher verfolgen dabei unterschiedliche Konzepte: Die "Gießener Zeitung" versteht sich als "Hessens erste Mitmach-Zeitung" und kommt ganz ohne Mantelteil aus. 60 Prozent der Texte werden von Bürgerreportern gemacht.

Derweil treiben die großen Verlagshäuser den Markenausbau voran und launchen eine Vielzahl gedruckter Ableger. Beispiel Bild: Der Ausbau der Medienmarke über "Sport Bild", "Auto Bild" und "Computer Bild" die ihrerseits mittlerweile zahlreiche Ableger wie "Auto Bild Motorsport" und "Computer Bild Spiele" hervorgebracht haben, hat dem Titel einen enormen Reichweitengewinn beschert: Unterm Strich lesen rund 28 Millionen Deutsche mindestens einen "Bild"-Titel, hinzu kommen fast acht Millionen Online-Nutzer - denn zu jedem Titel betreibt "Bild" die entsprechende Online-Plattform.

Auch regionale Verlage rüsten sich für das Web-Zeitalter. Silke Springensguth soll bei der Verlagstochter DuMont Net die Online-Auftritte der fünf zum Verlag gehörenden Tageszeitungen im Internet koordinieren - und auf ertragreichen Kurs zu bringen. In fünf Jahren, so rechnet sie, werde DuMont 25 Prozent der Erlöse digital erwirtschaften. Auch die Verlagsgruppe Madsack in Hannover hat sich mit Martina Lenk eine Frau an die Spitze ihres Tochterunternehmens Madsack Online geholt. Die Geschäftsführerin ist überzeugt: "Online hat seinen Platz im Konzert der Medien gefunden."


Die kompletten Artikel des Reports "Die Zeitungen", HORIZONT-Ausgabe 42/2008, finden Sie circa eine Woche nach Veröffentlichung in der HORIZONT.NET-Suche. Setzen Sie dort bitte das Häkchen bei Printarchiv und geben Sie den Suchbegriff „Die Zeitungen" ein. Einmalig können Sie eine Ausgabe des Specials in unserem Abo-Shop kostenfrei bestellen.
 
Ansprechpartner Specials: Dr. Jochen Zimmer

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