Rechteausschreibung
06.12.2012
DFL rechnet mit Bieterkampf um Bundesliga-Hörfunkrechte

Auch für Radio entwirft die DFL nun ein Ausschreibungsszenario (Bild: Ramona Heim/Fotolia)
Was im Frühjahr 2012 bei den Fernsehrechten zu Rekordeinnahmen geführt hat, soll im 1. Quartal 2013 erstmals auch im Radio über die Bühne gehen: eine Ausschreibung der Audio-Verwertungsrechte mit einem Bieterverfahren. Damit will die DFL die bislang auf bilateraler Ebene mit der ARD, dem Internetradio 90elf und weiteren regionalen Hörfunksendern vereinbarten Übertragungsrechte in einem transparenten Prozess neu strukturieren - und damit auch einen Rahmen für künftige Ausschreibungen schaffen. Dass auch die Hoffnung auf höhere Einnahmen mitschwingt, liegt auf der Hand, ist aber laut DFL nicht oberstes Gebot.
Hintergrund des Paradigmenwechsels hin zu einem Ausschreibeverfahren ist nach Jan Lehmann, Direktor Strategisches Marketing & Produktmanagement der DFL, der Tasache geschuldet, dass sich im Umfeld der TV-Rechtevergabe 2012 mehrere "ernsthafte Interessenten" für die Audio-Übertragungsrechte gemeldet haben. Namen will Lehmann keine nennen. Die von der DFL nun geschnürten Rechtepakete orientieren sich an den bisherigen Praxis und sind seit Sommer "im Informationsaustausch" mit dem Kartellamt vorbereitet worden. Die finale Fassung wird aber erst im Januar mit der Ankündigung feststehen.
Das Paket Audio Netcast steht für die Online- und Mobile-Verwertungsrechte, die bislang von 90elf gehalten werden und enthält die Liverechte aller Spiele in einem nationalen Programmangebot. Ein zusätzliches Audio-Erweiterungspaket bietet erweiterete Akkreditierungs- und Interviewmöglichkeiten sowie Stellplätze für Übertragungswagen in den Stadien. Die Laufzeit aller drei Pakete soll wie bei TV vier Spielzeiten von 2013/14 bis 2016/17 umfassen.
Außerhalb des Ausschreibungsverfahrens wird die DFL auch künftig die bislang bilateralen Vereinbarungen mit zurzeit 39 regionalen privaten Hörfunksendern behandeln. Der sogenannte Audio Standard soll nicht-exklusive Kurzberichte mit regionaler Reichweite erlauben, dürfte aber gegenüber einigen bisherigen individuellen Verträgen insgesamt restriktiver ausfallen. Darüber hinaus wird es weiterhin für die Vereine individuelle Club-Rechte für Audio geben.
Das Bieterverfahren soll nach der Ankündigungs- und Informationsphase im Januar und Februar im März 2013 über die Bühne gehen. Die Bietersituation ist zurzeit noch unklar und wird von der DFL nicht kommentiert. Doch neben der ARD kommt für das Paket Audio Broadcast eigentlich nur der nationale Audiovermarkter RMS infrage. Zumal der RMS-Gesellschafter Regiocast mit dem Internetprojekt 90elf nun schon über fünf Jahre Erfahrung mit Fußballradio verfügt. Für Audio Netcast könnten sich auch Onlineplayer und Firmen mit Technologiehintergrund interessieren ebenso wie Agenturen, die die Rechte möglicherweise - Stichwort Contentmarketing - an Unternehmen und Sponsoren weitervermarkten. Gegenüber den TV-Rechten ergibt dies eine überschaubare Wettbewerbs- und damit Ausgangssituation für ein mögliches Wettbieten. Dennoch ist zu vermuten, dass die bislang jährlichen DFL-Einnahmen mit Audiorechten in der Größenordnung von 7,5 Millionen Euro künftig höher ausfallen. joz
Kommentare
Galerie
ADC 2013: Der Kongress und die Preisverleihung
Die feierliche Verleihung der Goldenen, Silbernen und Bronzenen Nägel ist der traditionelle Höhepunkt des ADC-Festivals. HORZONT.NET präsentiert die besten Fotos vom Kongress und der Preisverleihung 2013.
Specials
Veranstaltungen
| 10.04.2013 - 11.04.2013 bvh BarCamp 2.013 |
| 07.05.2013 - 08.05.2013 Handelswerbegipfel 2013 |
| 11.06.2013 Digital Day |
| 12.06.2013 Zeitungsgipfel 2013 |
| 06.11.2013 - 07.11.2013 etailment Summit 2.013 |
|
News-Archiv











