14.02.2013
Report: Sportbusiness I - Bundesliga mit Rekorden im Jubiläumsjahr
Ausschnitte von lediglich zwei Partien pro Spieltag: Das war alles, was die "Sportschau" im Jahr 1963, bei Gründung der Fußball-Bundesliga, im Fernsehen zeigte. Der DFB und die Vereine fürchteten Zuschauereinbußen in den Stadien durch ausgedehntere TV-Übertragungen. Heute ist diese Sorge längst vergessen. Die Fußballarenen sind voll und die mediale und kommerzielle Vermarktung der Bundesliga ist für alle Beteiligten zum Spitzengeschäft geworden, das immer noch steigerungsfähig ist. So verkündete die DFL im kürzlich veröffentlichten Bundesliga-Report 2013 das Durchbrechen der 2-Milliarden-Euro-Schallmauer an Einnahmen. Sie liegen damit um 7,2 Prozent höher als im Vorjahr.
Die inzwischen höchst ausgeklügelte Rechtevergabe mit unterschiedlichen Paketen für die unterschiedlichsten Kanäle kommt den Vereinen dabei zugute. Der Löwenanteil fließt dabei aus der Kasse von Pay-TV-Sender Sky, der ab der kommenden Saison 488 Millionen Euro pro Saison für seine exklusive Liveübertragung aller Spiele auf den Tisch legt. Hinzu kommen Einnahmen aus Lizensierung und Sponsoring. Doch auch die Medien profitieren vom Produkt Bundesliga, für das sie zunächst in Vorleistung gehen: Den öffentlich-rechtlichen Sendern garantieren die Übertragungsrechte stabile Quoten, Bezahlsender-Sky nutzt sie sowohl als Bühne für Werbeeinnahmen als auch als Zugpferd für weitere Abonnentensteigerungen.
Report: Sportbusiness I
Die weiteren Themen im Report Sportbusiness I in HORIZONT 07/2013
Erfolgsmodell: Die Ausgründung der DFL bringt dem Profifußball Rekorderlöse.
Sponsoren: Die Werbebühne Bundesliga.
Vereine: Vermarkter pushen die Professionalisierung.
Print: Kicker, Sportbild und Co bleiben für die Fans am Ball.
Kult: Wie Fußball in TV und Radio die Massen begeister.
Bewegtbild: Digitale Angebote sollen wachsen.
Know-how: Die Bundesliga in Zahlen und Fakten.
Die ausgefeilte Kommerzialisierung des Fußballs stellt aber auch immer höhere Ansprüche an die Club-Manager. "Die Rahmenbedingungen haben sich gravierend verändert", sagt beispielsweise Thomas Röttgermann, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. "Die Beträge, mit denen die Clubführung umgehen muss, die hohe Organisiertheit der Partner - das erfordert eine enorme Professionalität." Neben dem Poker um noch bessere Erlöse aus Werbeverträgen gilt es ebenso die eigenen Fans an die Club-Marke zu binden, zum Beispiel über soziale Plattformen, sowie Wachstum auf dem internationalen Feld zu erzielen. Noch glänzt aus deutscher Sicht hier vor allem Bayern München, doch auch Vereine wie die Wolfsburger Werksmannschaft verfolgen inzwischen eine klare Internationalisierungstrategie. son
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