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Best Ager: Vier Fragen an Andreas Lebert, Chefredakteur "Brigitte“ und "Brigitte Woman“ (G+J), Hamburg


"Brigitte Woman" wird häufig als Beispiel für die erfolgreiche Ansprache der 50plus-
Zielgruppe genannt. Sehen Sie selbst den Titel als Best-Ager-Magazin?

Die Zielgruppe mit Kategorisierungen wie Best Ager zu verschrecken, ist der erste Fehler, den man in der Ansprache machen kann. "Brigitte Woman" richtet sich an die "nicht mehr jungen, erwachsenen Frauen" - ob man diese aber als Zielgruppe so klar umreißen kann,
bezweifle ich. Dafür ist die Gruppe viel zu heterogen. Deswegen ist unsere Leitlinie auch
nicht: "Themen für Frauen ab 40", sondern: "Themen, die von Neuanfängen und Aufbrüchen handeln". Wir haben festgestellt, dass bei vielen Frauen ab 40 eine neue Lebensphase beginnt.

Wie grenzen Sie sich vom Schwesterblatt "Brigitte" ab, wenn nicht über die Zielgruppe?

"Brigitte" ist der 14-tägliche, aktuelle, serviceorientierte Titel - generationsübergreifend
und mit Tipps für ein besseres Leben, Trends im Lebensstil und Nachrichten aus
Wissenschaft und Fitness. "Brigitte Woman" erweitert einen bestimmten Teil der "Brigitte", nämlich den psychologischen, die Innensicht, das Abenteuer in mir und in meiner Beziehung zum Rest der Welt. Wir positionieren die Titel zwar nicht aufs Alter bezogen. Tatsache ist aber, dass die Themen von "Brigitte Woman" besonders für erwachsene Frauen interessant sind.
Ist das Rezept für ein erfolgreiches Best-Ager-Magazin dann, ein Lebensgefühl anzusprechen, mit dem sich ein Teil der Generation identifizieren kann?

Ich möchte ungern über "Rezepte" reden. Es ist in der Tat wichtig, dass ein Magazin ein
Lebensgefühl abbildet. Man muss abwechslungsreich und originell sein und den Lesern
das Gefühl geben, dass man in ihrer Welt zuhause ist. Solch ein Konzept lässt sich nicht
am Reißbrett anfertigen.

Dann kann ein Magazin, welches sich pauschal an die Zielgruppe ab 50 wendet, Ihrer
Meinung nach so nicht funktionieren?

Richtig. In einem Blatt "für die Alten" ist keine Spannung. Vieles, was entwickelt wird, kommt nicht so richtig aus den Startlöchern. Der Grund ist, dass da oft etwas zurechtgebastelt wird: Wir haben eine Zielgruppe, der geben wir einen Namen und machen ein Konzept dazu. So funktioniert das nicht.

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