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16.06.2010

Verkauf

von Juliane Paperlein,
Ressortleiterin Medien

Nach dem Verkauf: N24 sucht neuen Vermarkter / Aust nimmt neuen Anlauf für "Die Woche"


Stefan Aust will sein Projekt "Die Woche" unter dem Dach der N24 Media weiterverfolgen 

Stefan Aust will sein Projekt "Die Woche" unter dem Dach der N24 Media weiterverfolgen

Mit dem
Verkauf von N24 an das derzeitige Management um Torsten Rossmann, an Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust und Thorsten Pollfuß, dem ehemaligen kaufmännischen Leiter von Spiegel TV, begibt sich der Nachrichtensender auch auf die Suche nach einem neuen Vermarkter. Bislang liegt das Werbegeschäft bei Seven-One Media, der Vermarktungstochter von Pro Sieben Sat 1.  Der Vertrag läuft noch bis Jahresende.
 
"Wir sind mit mehreren Vermarktungspartnern im Gespräch", sagt Rossmann. Dazu, welche das sein können, macht er keine Angaben. Denkbar wären unter anderem die "Spiegel"-Tochter Spiegel QC und Holtzbrincks IQ Media Marketing. Im TV-Bereich käme Discovery Networks in Frage, die mit Dmax bereits einen auf junge Männer ausgerichteten Free-TV-Sender haben. Auch der RTL-2-Vermarkter El Cartel Media versucht seit Jahren sein Portfolio auszuweiten.
Rossmann hofft, dass der Sender das Werbegeschäft in der neuen, konzernunabhängigen Struktur ausbauen kann. "Wir glauben, dass wir da Potenzial heben können." Derzeit steht N24 auf zwei Erlössäulen: Der Werbung und den Einnahmen aus der Nachrichten- und Magazinproduktion für Sat 1, Pro Sieben und Kabel 1. Letztere werden sich künftig nur noch auf rund 30 Millionen Euro belaufen - rund die Hälfte des bisherigen Budgets. Die Werbeeinahmen sollen bei mehr als 20 Millionen Euro liegen. 
 
Aust hofft zudem, die Quote des Kanals steigern zu können und auch darüber in der Werbevermarktung interessanter zu werden. Im Mai kam N24 auf einen Marktanteil von 1,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent im Gesamtpublikum. Konkurrent N-TV, der zur Kölner Mediengruppe RTL gehört, lag bei 1,0 Prozent und 0,9 Prozent.
 
N24 will das politische Profil schärfen, muss aber zeitgleich deutlich Stellen abbauen, um nach den Wenigereinnahmen von Pro Sieben Sat 1 profitabel zu bleiben. Rossmann rechnet damit, dass die Gesellschaft 2010 und 2011 Verlust schreiben wird und erst wieder ab 2012 in die Gewinnzone zurückkehren wird.
 
Aust und Pollfuß wollen sich vor allem um das Neugeschäft kümmern und auch für andere Kanäle aus dem privaten und öffentlich-rechtlichen Lager Sendungen produzieren. Außerdem will Aust sein Projekt "Die Woche" unter dem Dach der N24 Media weiterverfolgen. Die Rechte für das Konzept, das Aust für die WAZ entwickelt hat, sind nach zwölf Monaten an ihn zurückgefallen. Bislang hat er erfolglos nach Partnern für das Hybridmagazin aus Online, Print und TV gesucht und war zum Beispiel bei Axel Springer abgeblitzt. pap
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