28.10.2011
Radiosender können es sich über 2015 hinaus in UKW gemütlich machen
Der Deutsche Bundestag hat die für 2015 vorgesehene Abschaltung des analogen UKW-Radios ersatzlos gestrichen. Radiosender und Verbände begrüßten die Entscheidung. Die Durchsetzung eines digitalen Rundfunkstandards dürfte mit der Entscheidung aber erneut in weite Ferne gerückt sein.
Die Streichung des ursprünglich vorgesehenen Abschaltdatums war Teil der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes, die der Bundestag am gestrigen Donnerstag beschlossen hat. Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereiches Radio und Audiodienste im Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) sieht darin ein "sehr positives Signal für das Privatradio". Die Nicht-Abschaltung der analogen Frequenzen habe "eine langfristige Basis für die Wertschöpfung der privaten Radioanbieter gelegt".
Immerhin hat sich die Bundesregierung im Gesetzgebungsverfahren gegenüber den Parlamentariern verpflichtet, in Brüssel wegen des Digitalradios vorstellig zu werden. Dort will sie im europäischen Rahmen für die rasche Verbreitung hybrider Endgeräte eintreten, die sowohl Digitalradio als auch UKW sowie andere Standards wie Webradio empfangen können. Einem schnellen Umstieg auf einen digitalen Standard hat der Bundestag mit seiner Entscheidung allerdings einen Bärendienst erwiesen. Wie bereits bei der gescheiterten Einführung von DAB dürften mit der langfristigen Bestandsgarantie für den analogen UKW-Standard nun auch die Erfolgsaussichten für den neuen digitalen Radiostandard DAB+ nur äußerst gering sein. Die Radiosender können es sich nun auf unbestimmte Zeit in ihren bestehenden UKW-Frequenzen gemütlich machen. dh
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