13.10.2008
Fernsehpreis
ZDF bietet Reich-Ranicki gemeinsame Sendung
Nach dem von Marcel Reich-Ranicki ausgelösten Eklat um den Deutschen Fernsehpreis gibt das ZDF dem Literaturkritiker nun die Möglichkeit, seine Position in einer eigenen Sendung darzulegen. Diesen Freitag, 17. Oktober, ab 22.30 Uhr, diskutieren Reich-Ranicki und Fernsehpreis-Moderator Thomas Gottschalk "Aus gegebenem Anlass".
Reich-Ranicki hatte den Preis bei der Übergabe durch Gottschalk am Samstag abgelehnt und sich sowohl über die langwierige Preisverleihung in Köln im speziellen als auch über das geringe Niveau des deutschen Fernsehens allgemein beklagt. Daraufhin hatte Gottschalk den 88-Jährigen mit dem Angebot von der Bühne gelotst, unter den Fittichen von ARD und ZDF eine eigene Sendung entwickeln zu dürfen. "Wir sind offen für Kritik und räumen ihr gerne Raum ein", so ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut.
Joachim Friedrich sagte am 13.10.2008 um 13:18
Poltern bringt nichts
Das Poltern hat keine Quote gebracht. Denn Reich-Ranicki dürfte lediglich seine Brüder und Schwestern im Geiste zum Einschalten bewegt haben. Und die sind, so ist anzunehmen, eher jenseits der 49 und fallen somit durchs Raster. So beträgt der Marktanteil eben nur magere 6,3 Prozent. Das wird am 17.10. nicht anders sein: Reich-Ranickis Zielgruppe schaut zu, wird aber nicht erfasst. Und so wird die Klage so lange auf taube Ohren stoßen, bis die überkommene Zählweise abgeschafft und endlich Marktzahlen erhoben werden, die die Wirklichkeit spiegel.
Chris von Wertheim inkognito sagte am 13.10.2008 um 19:09
Brain contra Unterschichtenfernsehen
Chris von Wertheim inkognito Die Entscheidung des ZDF- also eines der Sender, die jetzt wirklich mal ein Zeichen setzen könnten (von den Privaten wäre eine solche Sendung ja nun nicht zu erwarten) - auf Terminierung in das ASPEKTE-Umfeld ist ein weiterer grosser Fehler und zeigt, dass sich NICHTS ändern wird. Während alle, auch viele Medien- und Werbemacher, der Entwicklung im TV mit seinen schlechten Inhalten Lemming-artig (interessant in diesem Zusammenhang auch die jahrzehntelange Akzeptanz von falschen Medienzielgruppen im Alter von 16-49) gefolgt sind, brauchte es jetzt mal eine Koryphäe, die laut herausschreit, dass der Kaiser ja gar keine Kleider trägt. Und ja, er hat recht. Haben wir uns nicht alle oft genug geärgert in den letzten Jahren über diesen Shit? Und wissen wir Kommunikationsleute nicht allzu gut, dass mit einer guten Portion Penetration alles möglich ist - von der schlechten Werbung über das Ertragen unfähiger Politiker bis hin zu schlechtem Fernsehen? Man kommt einfach nicht drumrum, denn die schlechtesten (und leider Couch-Potatoe-freundlichen) entspannenden Inhalte liegen leider in der Primetime auf Augenhöhe vor der visuellen Supermarktkasse und man MUSS sie quasi konsumieren. Wir sind leider ABHÄNGIG von dem ganzen BLÖDsinn! Und wir sind abhängig von Geschichten rund um Stars und Promis (siehe Fernsehpreis, Filmpreis, Exclusiv, Leute heute und hunderte anderer toller Reportagen rund um die Promiwelt) , die nur DESHALB gemacht werden, weil leere Papierblätter in den Redaktionen und freie Produktionszeit im TV gefüllt werden müssen! Mehr Medien (TV, Print, etc.) = mehr Redakteure = mehr geforderter Inhalt = mehr Geschichten rund um Promis = weniger Qualität echter Promis (vom A-Promi zum X-Promi)= peinliche Promis (z.B. die neuerliche Effenberg-Homestory u.v.a.) = Vorgaukelung, man müsste vielleicht so sein wie diese X-Promis = Anpassung des Zuschauers an die (Geschichten der) X-Promis = Verdummung aller. Vorschlag zur Besserung: Den Film "Free Rainer" sehen (ist hier sehr interessant von der Idee her, Fernsehen zu verbessern) und sich überlegen, eine Qualitätsoffensive zu starten mit der Zielsetzung, minderwertige Inhalte (=BLÖDsinn) zuerst nach 23.00 Uhr zu zeigen. Aufnehmen und zeitversetzt gucken kann heute jeder (wenn er will), aber macht keiner, weil er ja schon bequem und Couch-Potatoe-mäßig vorm Schirm sitzen kann und nicht gezwungen ist, sich Besseres anzutun. Was gut ist für den Kosnumenten oder nicht, entscheidet JEDENFALLS NICHT der Konsument, sondern die Medienmacher (aus obigen Gründen). Und über diese Verantwortung sollte - beginnend mit einer ZDF-Sendung in der PRIMETIME - dann im späteren Verlauf mit weiteren Mediengeschäftsführern und -entscheidungsträgern gesprochen werden.
Jochen Barringer sagte am 13.10.2008 um 21:52
Das sich selbst verdauende Fernsehen
Danke MRR, danke für diese eigentlich normale Tugend, Mist als Mist zu bezeichnen, und wenn er noch so schön angemalt und beklunkert ist. Ist der Zuschauer so blöd, weil das Angebot so schlecht ist, oder das Fernsehen so schlecht, weil der Zuschauer so blöd ist? Das ist ein System, dass sich selbst verdaut. In meiner Jugend gab es dazu einen Witz: Hundescheiße muß toll sein, 100 Millionen Schmeißfliegen können sich nicht irren. Hoffentlich gibt es dazu bald mal eine Alternative.
Tim Rector sagte am 14.10.2008 um 10:13
Denkanstoß
Wenn man sich umhört, ist die Zustimmung wirklich groß, quer durch alle Altersschichten. Das kann man auch nicht an den Quoten für 14-49 festmachen. Es wird Zeit, dass diese "Raster"-Denke aufhört.
Egal sagte am 14.10.2008 um 15:09
Recht hat er
1. die 49 Jahre Grenze ist nicht relevant. Als ob die große Masse der Eltern und Älteren schon tot wären. 2. ARD und ZDF sollten mit den GEZ Geldern auch Kultur um 20:15 bieten. Ist ja von uns bezahlt. Sollen sie weniger oder andere Werbung verkaufen. 3. Weg mit dem billigen Schund, und den Kopierten Ami-Sendungen. Keine Plattform für einen Tag später im TV servierten Blogger-Gossip - und dann auch noch schlecht übersetzt.
Arlo sagte am 15.10.2008 um 19:53
Geschickt inszeniert
Hier soll wohl ein Exempel statuiert werden. Denn: Die Diskussion soll a)ganze 30 Minuten dauern und wird b)um 22.30 Uhr gesendet. Das bestätigt einerseits Herrn Reich-Ranickis Vorwürfe - "Aspekte" wird dem Blödian-Programm von 20.15 Uhr bis 22.30 Uhr geopfert. Einer wirklich ernstgemeinten Auseinandersetzung würde man denselben Sendeplatz zugestehen wie dem Spektakel, in dem diese Probleme angesprochen worden sind. Andererseits nutzt der Sender die Kritik Reich-Ranickis, um sich gegenüber Unzufriedenen als souverän und konsensfähig in Szene zu setzen. Natürlich schicken die Intendanten dazu einen Berufsblender ins Rennen, anstatt sich selbst zu präsentieren - weil das für sie höchst blamabel wäre. Das Fazit soll (und wird) sein: "Seht her, wir haben darüber geredet. Weitere Diskussionen sind nicht nötig. Es gibt nichts zu meckern. Und jeder der sich noch beschwert, ist ein Dauernörgler, dem eh nicht zu helfen ist."Weitere Nachrichten aus Medien vom 13.10.2008:
"FR" will auf weiteres Outsourcing verzichten
News Corp. will für Bundesliga-Rechte bieten
Klambt plant weiteres Lifestyle-Magazin / Titel erscheint in Eigenregie
TV-Quoten
Die meistgesehenen Sendungen vom 08.02.2012
Bestellen Sie jetzt kostenlos den HORIZONT.NET Newsflash und erhalten Sie jeden Morgen die TV-Quoten.
Zu den Top 20 TV-Quoten
Nachrichten
- 08:00 Discovery launcht Reiseportal auch in Deutschland
- 18:28 Jetzt downloaden: HORIZONT for iPad mit Geschichten zu Super Bowl, Leslie Mandoki, TUI und Pernod Ricard
- 15:28 Puste-App: Beaufort 8 kreiert virtuelle Spendensammelaktion für krebskranke Kinder
- 15:16 Umbau: Wie die Telekom im Digitalgeschäft wachsen will
- 10:27 Sirup schafft für Kinofilm "Empire Me" virtuelle Insel im Web
- alle Nachrichten
Leserfavoriten
HORIZONTJobs
Neueste Leserkommentare
Nachrichten: Studie: Marketing in Social Media verpufft
Redaktion: Nachtrag zur Meldung
Top der Woche: Terry the Conqueror
Kali: USA vs. D
Nachrichten: Super Bowl: Werbepausen bei Sat 1 provozieren Shitstorm im Netz
Seb: Fiasko
News-Archiv
facebook
|
HORIZONT.NET auf Facebook
|
Marktdaten











