18.08.2010
ZDF-Programmdirektor Bellut will Quote hochhalten
Um vom Publikum auch in einer sich differenzierenden Medienwelt weiter wahrgenommen zu werden, hält ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut zweistellige Quoten für unabdingbar. "Klar über zehn Prozent zu sein, sich in der Top-Gruppe der führenden Sender zu halten, halte ich für absolut notwendig", sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Nationale Sender müssten eine spürbare Akzeptanz erreichen, weil ihre Botschaften andernfalls ins Leere liefen.
Um gegen die Tendenz zu arbeiten, dass große Sender zugunsten der Kleineren an Marktanteil verlieren, verfolge das ZDF eine Flottenstrategie. Dazu gehört der vergangenes Jahr gestartete digitale Sender Neo. Das journalistisch ambitionierte Projekt war zwar viel beachtet, kommt aber auf geringe Marktanteile. Angesichts der spitzen Positionierung des auf junge Zuschauer ausgerichteten Kanals, ist Bellut jedoch zufrieden. Aktuell holt Neo 0,2 Prozent Marktanteil im Gesamtpublikum. Rechnet man nur die Haushalte, die den digitalen Spartenkanal überhaupt empfangen können, sind es schon 0,5 Prozent. Insgesamt zählt Neo zwischen 100.000 und 250.000 Zuschauern.
Auch auf dem Hauptsender rechnet Bellut mit einer Vertragsverlängerung: Die Verhandlungen mit Markus Lanz stünden kurz vor dem Abschluss. Grundsätzlich sieht Bellut eine gegenläufige Bewegung von öffentlich-rechtlichem und privatem Programm. Die Unterschiede werden in den kommenden Jahren stärker sichtbar, glaubt er. Im Gegensatz zu Konkurrent RTL, der gerade mit gescripteten Doku-Formaten große Erfolge am Nachmittag feiert, sei dies eben nicht der Weg für ARD und ZDF. "Das Gesamtprogramm eines öffentlich-rechtlichen Senders verdient einen Standard der Anständigkeit", sagt er. pap
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