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Wochenrckblick: Schreckenswoche fr Print, ADC will eigenes Ranking, Redcoon-Silikon beschftigt Werberat


von Volker Schtz,
Chefredakteur

Der "FR" droht das selbstverschuldete Aus Foto: Marco Saal

Der "FR" droht das selbstverschuldete Aus Foto: Marco Saal

Was fr eine Woche: Print erlebt bittere Tage, der ADC will ein eigenes Ranking etablieren, und im Werbeblock hebt sich Media-Markt-Schwesterunternehmen Redcoon durch extrem hohen Silikon-Anteil von anderen Werbungtreibenden ab. HORIZONT-Chefredakteur Volker Schtz mit seinem ganz subjektiven Chillout frs Wochenende.

 
G+J Wirtschaftsmedien, Jalag, Frankfurter Rundschau - Print erlebt eine rabenschwarze Woche. Kaum haben sich die Magazin-Macher auf dem Publishers' Summit in Berlin Mut gemacht, kndigt sich mit einem langen Spiegel-Beitrag und in der FAZ Ungemach fr Print an. Bolognese am Baumwall heit die kryptische Headline der "Spiegel"-Autoren Isabell Hlsen und Alexander Khn. Geboten wird inhaltlich ein vorschnelles Jkel-Gemkel, wie Meedia treffend schreibt, und seitenlange Spekulationen ber die Zukunft auch der G+J Wirtschaftsmedien.
Dass es nicht gut aussieht fr die G+J-Wirtschaftstitel wei der geneigte Leser sptestens seit einem HORIZONT-Interview im Mrz dieses Jahres mit Steffen Klusmann: Ich schliee nichts mehr aus, war die damals unterschiedlich interpretierbare Aussage des FTD-Chefredakteurs, die in einem verbalen Kleinkrieg zwischen "Handelsblatt" und "FTD" kuliminierte. Seitdem wechseln sich Spekulationen mit Dementis ab. Nun muss noch in diesem Monat G+J-Chefin Julia Jkel entscheiden, ob und wie es mit FTD, "Impulse", "Brse Online" und Capital weiter geht. In ihrer Haut mchte ich nicht stecken.
 
Auch nicht in der der FR-Manager und -Insolvenzverwalter. Verlagsmenschen haben immer noch oft ein ziemlich zwiespltiges Verhltnis zum Internet: Auf Kongressen werden die tollen digitalen Mglichkeiten staunend zur Schau gestellt, doch sobald in Print etwas schiefgeht, ist das Netz schuld. Am mglichen Aus der FR ist das Internet nur am Rande beteiligt. Ausgerechnet bei dem Blatt, das immer gesellschaftliche Vernderung postulierte, haben Chefredakteure, Herausgeber und Verlagsgeschftsfhrer viel zu spt erkannt, in welchem Mae sich die Gesellschaft verndert hat. In der FR wurde Werbung noch als Reklame abqualifiziert, als es fr junge Kreative nichts Erstrebenswerteres als einen Beruf in der Reklamewirtschaft gab. Die linksliberale Grundhaltung war eine bleiern-konservative Attitde, an der die FR noch festhielt, als Liberalismus zur Floskel-Politik degeneriert war und "links" von der frechen und viel frischeren TAZ okkupiert war. Und dass jeder der hufig wechselnden Chefredakteure entweder das Regionale oder das berregionale oder beides zusammen im Fokus hatte, verwirrte die Leser, Anzeigenkunden und Mitarbeiter vollends.
 
Und das Digitale? Hier hat die FR mit einer schnen iPad-App bei vielen Beauty Contests Preise geholt der Medienmarke half es nicht. Nun lsst die FAZ den FR-Geschftsfhrer Kroke darber spekulieren, die FR mit einer rein digitalen Ausgabe fortzufhren. Wie soll das funktionieren? Ausgerechnet das Medium, das an Print gescheitert ist, will den Beweis antreten, mit einer digitalen Ausgabe erfolgreich zu sein? Never ever. Das schafft dann schon eher Prinz aus dem Hause Jalag die dritte Bad News fr Print in dieser Woche: Das Stadtmagazin wird knftig nur noch als Online-Magazin zu lesen sein.
 
ADC will eigenes Ranking etablieren. Vier internationale Wettbewerbe und der nationale ADC - wenn es nach dem neuen Prsidiumssprecher Stephan Vogel geht, sollen knftig gerade mal 5 Wettbewerbe der Gradmesser fr Deutschlands kreativste Agenturen sein. Die wichtigsten Wettbewerbe mit den hrtesten Jurys habe man fr das ADC-Ranking auserkoren, heit es beim Kreativclub. Dass es in Deutschland seit Jahren auch auerhalb der ADC-Veranstaltung wichtige Wettbewerbe mit hart arbeitenden Juroren gibt, will das neue Prsidium nicht mehr gelten lassen. Der Verdacht liegt nahe, dass man sich auf diese Weise missliebige Konkurrenz um die Award-Etats der Agenturen vom Leib halten will.
 
Die billige Werbemasche von Redcoon. Wie eine Mischung von RTL-2-Formaten, als der Sender noch Trash war, und einem billigen Imitat der Media-Markt-Kampagnen, als diese noch trashig waren, wirken die von Serviceplan kreierten Commercials fr die Media-Markt- und Saturn-Schwester Redcoon. Wir haben lange diskutiert, den Auftritt der Silikon-Protagonistinnen Gina-Lisa Lohfink, Michaela Schfer, Jordan Carver und Sandra Lang zum Flop der Woche zu kren. Wir haben es gelassen. Stattdessen beschftigt sich der Werberat mit der Kampagne - der ist in diesem Falle die bessere Adresse als HORIZONT.
 

MARKETING

Was sonst noch passiert ist: Die Werbeausgaben steigen berall - auer in Europa+++Nokia attackiert Apple+++Markenranking: BMW steigt auf, Air Berlin strzt ab+++Werbemuffel Jauch ist das beliebteste Testimonial+++OWM diskutiert ber Ehrlichkeit in der Werbung
 

AGENTUREN

Was sonst noch passiert ist:+++McCann Worldwide mit neuem CEO+++WPP: Planspiele fr eine Fusion von G2 und Ogilvy Action
 

MEDIEN

Was sonst noch passiert ist: Stefan Raabs Polittalk: Phrasen-Bingo fr Politik-Novizen+++Sky setzt Aufwrtstrend fort+++Strer: Auenwerber auf Talfahrt vs

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Das Gros der 50 grten inhabergefhrten Agenturen konnte den Umsatz im vergangenen Jahr weiter ausbauen. Insgesamt stieg ihr Gross Income 2013 auf 889,5 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (804,89 Millionen Euro) entspricht das einer Steigerung von 10,5 Prozent. Zur Meldung