Weltverband der Zeitungen kritisiert Gratisblätter
Beim Zeitungskongress 2008 des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sprach sich Gavin O'Reilly, Präsident des Weltverbands der Zeitungen, vehement gegen Gratiszeitungen aus: "Die Reichweite von kostenlosen Titeln beträgt in Europa zwar mittlerweile 23 Prozent, aber nur wenige davon arbeiten profitabel." Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach teilt diese Meinung: "Ich habe eine große Antipathie gegen Gratistitel, damit entwerten Verleger Produkt." Wirtschaftlich sei das Konzept höchst riskant, so die Marktforscherin. Da das Geschäftsmodell rein auf Anzeigenerlösen basiert, treffe eine konjunkturelle Flaute den jeweiligen Titel viel härter.
Zudem ging O'Reilly auf die Chancen ein, die sich aus dem Wachstum des Mediums Internet ergeben. Vor allem betonte er die Möglichkeiten crossmedialer Vermarktung. "Durch die Kombination von Zeitung und Online lässt sich die Aufmerksamkeit der Zielgruppe um 100 Prozent steigern." Diesen Effekt müssten Verleger noch stärker als bisher nutzen. Dennoch ist er überzeugt, dass auch noch in vier Jahren Print die wichtigste Werbeplattform sein wird. Denn im Gegensatz zu Online-Angeboten genieße das gedruckte Medium eine hohe Glaubwürdigkeit. O'Reilly betonte, dass das Zeitungsgeschäft ein Wachstumsmarkt sei: "Es gibt viele Menschen, die das Medium tot sehen wollen, tatsächlich ist die weltweite Reichweite von Zeitungen im vergangenen Jahr aber um 2,57 Prozent gewachsen. Und dies ist bei weitem nicht nur auf Länder wie Indien oder China zurückzuführen."
bn
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