TV-Eklat
14.10.2008
WDR-Intendantin Piel greift in Debatte um TV-Qualität Privatsender an
Die Diskussionen um die Pöbeleien von Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises nehmen kein Ende. Nachdem das ZDF dem 88-jährigen Literaturkritiker für den kommenden Freitag eine eigene Sendung mit dem Titel „Aus gegebenem Anlass" zugesagt hat, meldet sich nun auch die ARD in Person von WDR-Intendantin Monika Piel zu Wort.
Die Intendantin, die Reich-Ranicki selbst für den Preis vorgeschlagen hatte, glaubt, dass der Preisverweigerer mit seiner Kritik kaum die öffentlich-rechtlichen Formate gemeint haben kann, die bei der Preisverleihung ausgezeichnet wurden. "Ich hoffe, dass die Landesmedienanstalten den Ball aufgreifen und eine Qualitätsdiskussion anzetteln in ihrem System, im kommerziellen Fernsehen", attackiert sie RTL und Pro Sieben Sat 1 in der „Süddeutschen Zeitung". "Ich vermisse dort diese Qualitätsdebatte. Wir führen sie ständig", so Piel weiter.
Aber auch Vertreter der Öffentlich-Rechtlichen haben den Auftritt des Literaturkritikers mit gemischten Gefühlen verfolgt. "Der Fernsehpreis hat eine Riesenaufmerksamkeit bekommen, wie sie ein Eklat immer mit sich bringt. Das kann man sich gefallen lassen", sagt Hans Janke, Fernsehspielchef des ZDF und Beiratsvorsitzender des Fernsehpreises. Auf der anderen Seite sei eine solche öffentliche Herabsetzung "falsch und schädlich". mas/dh
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