Protest
Verleger formieren sich gegen Zensur durch Apple
Unter den deutschen Verlagen formiert sich Widerstand gegen eine willkürliche Zensur von Applikationen durch Apple. "Wir können und werden als Verlage unsere Seele nicht verkaufen, nur um ein paar Kröten von Apple zu bekommen", sagt Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des Zeitschriftenverbandes VDZ gegenüber Spiegel Online.
Heute passten dem Konzern nur nackte Brüste und andere angeblich sexistische Inhalte nicht, "und morgen sind es wichtige gesellschaftliche und politische Themen, die den Verantwortlichen von Apple missfallen. Das ist Zensur und davor müssen wir uns schützen".
Fürstner will die Verlage nun auf eine gemeinsame Position einschwören: In der kommenden Woche tagt der Weltverband der Verleger FIPP in Berlin. Dort will Fürstner darauf hinwirken, dass die Verleger geschlossen bei Apple vorstellig werden, um ihr Anliegen vorzubringen. Wir werden erst einmal für Verständnis werben und Apple ist ein willkommener Partner. Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen", so Fürstner. "In keinem deutschen Verlag wird ein Geschäftsmodell eine Chance haben, bei dem sich die Verleger dem Diktat von Apple unterwerfen müssen und ihre Pressefreiheit der Marktmacht von Apple opfern."
Apple hatte in den vergangenen Wochen mehrere Tausend Apps mit erotischen Inhalten ohne Vorwarnung aus dem App Store geworfen und damit den Ärger der Verleger auf sich gezogen. Diese stören sich vor allem daran, dass es keine klaren Regeln für die Inhalte der Apps gibt. So flog die App des "Stern" wegen einer vergleichsweise harmlosen Bildergalerie aus dem Angebot, während dezidierte Erotik-Angebote zum Beispiel von "Playboy" oder "FHM" auch weiter zugänglich sind. "Wenn Apple vorher klare Regeln vorgegeben und gesagt hätte, 'nacktes Fleisch verstößt gegen unsere ethischen Grundregeln', wären das nachvollziehbare Bedingungen, dafür könnte man noch Verständnis haben", sagte Fürstner. Eine nachträgliche Entfernung von Inhalten sei aber nicht hinnehmbar. "Die Verlage müssen nun mit allergrößter Sorgfalt solche Fragen klären, bevor sie sich mit Apple einlassen, sonst kann man ihnen nur raten, die Finger davon zu lassen", so Fürstners Rat. dh
- Digital 22. Februar 2010: No Sex, please: Apple löscht tausende Apps
Was soll das Theater?
wer braucht schon eine (halb)nackte Frau in der Zeitung? Auf der einen Seite wird über Kinderpornographie im Internet und das Sperren von sexistischen und pornografischen Inhalten gesprochen. Auf der anderen Seite werden Versuche das zu unterbinden als Zensur angesehen. Die Zeitungsmacher sollten mal darauf achten was ihre Aufgabe ist, und was nicht. Ein Verbot von "nacktem Fleisch" ist keine Zensur. Wenn einer dadurch folgert es könnten mal auch "andere redaktionelle Beiträge zensiert" werde, der hat im Grunde nur ein schlechtes Gewissen und will etwas verheimlichen. Just my opinion StefanTitten=Journalismus?
Selbstgerechte, pseudoempörte Wichtigtuer des Zeitschriftenverband, angeführt von den Verantwortlichen eines Revolverblattes im 50er-Jahre-Layout, schnattern von Zensur, wenn sexistische Inhalte von Apple abgelehnt werden. Ist logisch, denn wenn nicht irgendwas Deftiges im Blatt ist, wird es kaum noch gekauft. Mangels seriöser, journalistischer Arbeit geht gerade der Print flöten und Online sieht's schon lange zappen-duster aus. Deswegen dieses lächerliche Gepluster.Wehret den Anfängen
Klar ist, dass Verlage sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Bitte, sowas kann man nachvollziehen. Genauso klar ist aber auch, dass Apple sich immer öfter zum "Herr über die Informationen" macht. Durch die Produktpolitik ist es eine Leichtigkeit, Inhalte und auch User nach Belieben "abzuschalten". Aber offensichtlich ist die Marktmacht von Apple so stark, dass die Mehrheit der User sich nicht daran stört, wenn Funktionen fehlen, Inhalte zensiert werden und Nutzerdaten bis ins kleinste Detail gespeichert werden. Im konkreten Fall liegt der Verdacht doch sehr nahe, dass der App-Store "sauber" gemacht werden soll, bevor Apple BEZAHL-INHALTE anbietet...Weitere Nachrichten aus Medien vom 24.02.2010:
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