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01.10.2009

Rechtsstreit

von Roland Pimpl,
Redakteur / Korrespondent Hamburg

Verleger prüfen Klage gegen Google


Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer könnte bald Post von den Verlagen bekommen 

Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer könnte bald Post von den Verlagen bekommen

Bis jetzt flogen nur scharfe Worte hin und her - doch bald könnten juristische Taten folgen: Hinter noch verschlossenen Türen bahnt sich ein Rechtsstreit an, der die Medienwelt auf Jahre in Atem halten könnte. Nach HORIZONT.NET-Informationen aus Medienkreisen erwägen die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, beim
Bundeskartellamt ein Beschwerdeverfahren gegen Google zu beantragen. So haben der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) von einer Großkanzlei die Chancen einer Kartellbeschwerde gegen Google untersuchen lassen.
 
Die Verlegerverbände erwägen, dem Suchmaschinenbetreiber nun auch juristisch eine möglicherweise „missbräuchliche Nutzung der marktbeherrschenden Stellung" vorzuwerfen, wie es in dem Anwaltsschreiben heißt, das HORIZONT vorliegt. Bisher haben einzelne Verlagsmanager entsprechende Vorwürfe gegen Google öffentlich immer nur angedeutet. Parallel dazu haben Verbandsvertreter nach HORIZONT-Informationen bereits im Sommer beim Bundeskartellamt vorgefühlt - und sind von der Bonner Behörde dem Vernehmen nach dazu ermuntert worden, die Beschwerde einzureichen.

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Was die Verlage Google konkret vorwerfen, was eine Kartellbeschwerde gegen Google kostet und welche Chancen sie haben könnte, lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 40/2009.

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Bisher ist unklar, ob sich BDZV und VDZ - wohl nach Rücksprache mit ihren wichtigsten Mitgliedsverlagen - tatsächlich zur Klage entschließen. Gemeinsam teilen die Verbände auf Anfrage mit: „Dass die Presseverleger die Ausgestaltung einiger Google-Angebote für problematisch und verbesserungsbedürftig halten, ist bekannt. Dass bei einem Marktteilnehmer, der wie Google beispielsweise die Suche dominiert, auch kartellrechtliche Fragen untersucht werden, ist ganz natürlich." Ein BDZV-Sprecher bestätigt, die Gremien des Verbandes befassten sich mit dem Thema. Es dürfte eine schwierige Entscheidung werden, so viel ist schon jetzt klar, denn das Kurzgutachten wägt die Chancen und Risiken ab. rp
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
Sebastian sagte am 01.10.2009 um 14:14

Endlich!

Endlich gibt es wieder stand - Don't be evil war für mich immer schon ein Deckmantel zum Schutz des Monopols.
Patrick Stähler sagte am 02.10.2009 um 17:51

Dummheit, wenn wahr

Ich hoffe, dass das nicht stimmt. Sonst sind die Verleger noch grössere Dummköpfe als die Manager der Musikbranche. Also, es gibt keine Hindernisse eine eigene Suchmaschine zu bauen und mit Google in Wettbewerb zu treten. Auch können die Verlage ihre Inhalt aus dem Google Index entfernen lassen. Da reicht ein ganz kleiner Eintrag in den robot.txt. Einfach bei Google robot.txt eingeben und dort wird dann auf Seiten verwiesen, wie das geht. Vielleicht haben die Verleger nur ein Problem, dass ihre Macht kleiner wird. Sie sind eben nicht mehr die Leitmedien, sondern nur eine von vielen Quellen und Google erlaubt eben, dass alle Quellen gefunden werden. Liebe Verleger, get real. Ihr habt eine Zukunft, aber eben nicht mit eurem alten Geschäftsmodell. Sucht doch mal bei Google zum Thema "who says paper is dead?". Da findet ihr ein paar Anregungen. Ganz grosses Kopfschütteln, wenn das wahr ist.
TwiTwi sagte am 03.10.2009 um 06:18

Was soll die Umfrage?

"Die Verlage denken darüber nach, Google zu verklagen. Ist das der richtige Weg, sich gegen einen Wettbewerber zur Wehr zu setzen?" Das ergibt keinen Sinn. Google steht nicht im Wettbewerb zu irgendwelchen Zeitungen. Google News bietet lediglich links auf Artikel, die von den Zeitungen selbst im Internet veröffentlicht wurden. So wie ich das sehe, unterstützen sich die "Gegner" hier gegenseitig und jeder gewinnt. Artikel können gefunden und gelesen werden, Google wird genutzt. Die Klage ist sinnlos und die TED-Frage geht von einer falschen Prämisse aus.

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