Quartalszahlen
06.08.2009
Verkäufe und Preiserhöhungen sichern Springers Gewinn
Dank dem Erlös aus dem Verkauf der Regionalzeitungsbeteiligungen und Copypreiserhöhungen, verbucht Axel Springer auch im 1. Halbjahr 2009 einen deutlichen Gewinn. Der Konzernüberschuss belief sich auf rund 267,3 Millionen Euro. Ohne den Verkauf von Anteilen an Titeln wie "Leipziger Volkszeitung" und "Elmshorner Nachrichten" sähe es schon deutlich schlechter aus. Denn mit satten 210,3 Millionen Euro haben diese Verkäufe einen großen Teil zum Gewinn beigesteuert. Bereinigt liegt der Überschuss nur noch bei 77,5 Millionen Euro - 35,4 Millionen weniger als im Vorjahr.
Durch die Preiserhöhungen unter anderem bei den Cash-Cows "Bild" und "Bild am Sonntag" im vergangenen Mai, konnte Europas größter Zeitungskonzern die Vertriebserlöse im Zeitungsgeschäft bei circa 307,2 Millionen Euro stabil halten - und damit Auflagenverluste und die spürbaren Rückgänge im Anzeigengeschäft abfedern. Der Gesamtumsatz des Segments "Zeitungen National", zu dem auch die "Welt"-Gruppe zählt, sank um 5,8 Prozent, bleibt mit einem Ebitda von 129,5 Millionen Euro jedoch deutlich profitabel.
Im Ausland muss Springer ebenfalls massive Einbussen hinnehmen und schreibt mit einem Ebitda von 2,1 Millionen Euro operativ gerade mal noch schwarze Zahlen. Der Umsatz - vor allem in Osteuropa und Spanien ist um 27,1 Prozent eingebrochen, währungsbereinigt um 17,8 Prozent.
Lichtblick ist das Digitalgeschäft: Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr um 17,1 Prozent auf 200,8 Millionen Euro, das Ebitda auf 19,6 Millionen Euro von 6,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Insgesamt muss Springer einen Umsatzrückgang von 6,6 Prozent verbuchen und hat im 1. Halbjahr noch rund 1,254 Milliarden Euro erlöst. Davon entfielen 580,4 Millionen Euro auf Vertriebserlöse (minus 2,9 Prozent) und 541,5 Millionen Euro auf die Werberlöse - 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. "Axel Springer hat sich dem massiven Einbruch der Werbekonjunktur erwartungsgemäß nicht entziehen können", sagt Mathias Döpfner, Axel Springers Vorstandsvorsitzender. Das früh begonnene Sparprogramm habe dazu geführt, das das Ergebnis nicht in gleichem Maße zurückgegangen ist. Seit Jahresbeginn hat der Verlag die Kosten um 56 Millionen Euro gesenkt. Döpfner blickt skeptisch in die Zukunft: "Derzeit sehen wir noch keine Anzeichen für eine Erholung in unseren wichtigsten Märkten."
Er will sich "stärker als zuvor auf unsere starken Print- und Onlinemarken konzentrieren". Auf der Kippe stehen dürften vor allem die Wirtschaftstitel "Euro" und "Euro am Sonntag". Diese leiden im Anzeigengeschäft erheblich unter der Wrtschaftskrise. Trotz zwischenzeitlicher Kurzarbeit schaffen sie es nicht profitabel zu wirtschaften. pap
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