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28.12.2009

Mini-Displays

von Bettina Neises,
Redakteurin Ressort Medien

VW wirbt mit Bewegtbild in der Printausgabe des "Spiegel"


Norbert Facklam 

Norbert Facklam

Schwierige Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen - nach diesem Motto versuchen derzeit einige Verlage, die Rückgänge im Anzeigengeschäft zu bremsen. So enthält die aktuelle Printausgabe des Nachrichtenmagazins "Spiegel" erstmals Bewegtbildwerbung. Abonnenten in Hamburg und Düsseldorf erhalten das Heft mit einer Klappkarte. Sobald der Leser diese öffnet, startet der Werbefilm auf einem in der Karte eingelassenen LCD-Bildschirm.
 
Der erste Kunde für diese Werbeform ist Volkswagen. Das Unternehmen zeigt im "Spiegel" einen Spot der Hamburger Agentur Grabarz & Partner, der die Funktionsweise des automatischen Parkleitassistenten von VW erklärt. Geht es nach "Spiegel"-Vermarktungschef Norbert Facklam, wird es nicht bei einer einmaligen Aktion dieser Art bleiben: "Medienübergreifende und kreative kundenspezifische Lösungen, die weit über klassische Werbeträgerbelegung hinausgehen, werden zukünftig noch stärker unser Angebot bestimmen."
Das Nachrichtenmagazin ist nicht das erste Printmedium in Deutschland, das mit Videowerbung Werbekunden locken will. Vor einigen Wochen hat Gruner + Jahrs People-Blatt "Gala" mit dem Versandhandelskunden Otto Bewegtbildwerbung in der gedruckten Ausgabe getestet.
 
Grundsätzlich begrüßen Experten die Experimentierfreude: "Das Kerngeschäft von Verlagen im Werbemarkt ist es, Werbungtreibende mit Kommunikationslösungen bestmöglich zu unterstützen. Wer hier bei der hoch dynamischen Entwicklung der Medien nichts Neues ausprobiert, handelt fahrlässig", sagte jüngst Marco Olavarria, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Kirchner + Robrecht, gegenüber HORIZONT (Ausgabe 49/2009). Allerdings dürfe es nicht zu einem Wettrüsten der Sonderwerbeformen kommen, warnt Mediaberater Jens Ihlenfeld: "Es darf nicht darin ausufern, dass Magazinausgaben als Aneinanderreihung multipler technischer Gimmicks daherkommen." bn
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
Joachim sagte am 28.12.2009 um 16:10

Auffallen um jeden Preis? www.kannmandasnichtbessermachen.de

Was manche sich alles einfallen lassen, wenn Werbung nicht mehr beim Leser ankommt. Und dann wird es natürlich richtig teuer. Auffallen heißt die Devise. Geld spielt keine Rolle. Doch warum nur? Weil auffällige Werbung dem Ego der Entscheider schmeichelt? Natürlich nicht, so sagt man, ohne nachzurechnen. Begründet wird natürlich rein qualitativ und sachlich. Die höhere Wahrnehmungsquote. Klingt gut, damit ist es auch gut. Doch wie hoch ist diese? Immer noch weniger als 100%? Warum dann mit Auffallen so umständlich werben? Warum sagt man nicht einfach ganz direkt, was Sache ist. Wie im wirklichen Leben. Direkt und im Dialog. Und das für nur 8,5 Cent. Denn 8,5 Cent kostet eine echte Wahrnehmung mittels Werbefrage. Mit Werbefrage nimmt jeder ganz bewusst wahr. Preise dazu findet jeder auf www.click4k.de/sponsoren/preise.php
Klaas Kramer sagte am 28.12.2009 um 18:16

Was kommt nach der Mediawerbung?

@Joachim Direktmrketing ist keinesfalls die richtige Antwort auf die immer schwächere Wirkung der Massenmedia-Werbung. Wenn "Dialog" gefordert wird, dann meint niemand Verkaufsgespräche eines Werbebriefs oder Call Center Agents. In der Ära der Social Media sind Verkaufsofferte nicht resonanzfähig. Sie verhallen im Nichts oder werden als Spam weggedrückt.
werkstedt sagte am 29.12.2009 um 10:10

"alter hut"

so neu ist es also nicht mehr - meine ich hätte hier schon so etwas gelesen (aktion in der Gala?) . . . VW haben doch mit ihrer kampagne "TheFunTheory.com" eh schon innovatives gestartet.

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