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G+J-Bilanz II

von Roland Pimpl,
Redakteur / Korrespondent Hamburg

Update G+J: Familie Jahr möchte Anteil aufstocken / 3,5 Milliarden Euro Umsatz bis 2010


Das Verlagshaus Gruner + Jahr hält an seinem bereits vor Jahren geäußerten Erlösziel für 2010 fest: In nunmehr nur noch zwei Jahren möchte G+J einen Umsatz in Höhe von 3,5 Milliarden Euro erzielen. Dies bekräftigte Vorstandschef Bernd Kundrun am Rande der Bilanzpressekonferenz gegenüber HORIZONT.
 
Im vergangenen Jahr lag G+J bei 2,83 Milliarden Euro (2006: 2,86 Milliarden Euro); 2008 erwarten die Hamburger wieder ein Umsatz- und Ergebniswachstum. Das ehrgeizige Ziel für 2010 könne nur mit größeren Akquisitionen erreicht werden, räumte Kundrun ein. Damit wolle man indes warten, bis sich die Finanzmärkte wieder beruhigt und die vielfach zu beobachtenden Spekulationsblasen für Internetakquisitionen geplatzt seien. „Wir steigen nur zu vernünftigen Konditionen ein“, so Kundrun.
Weitere Wachstumshoffnungen verbindet G+J mit der Gründung neuer Titel. „Es kann sein, dass wir in diesem Jahr in Deutschland einen oder zwei neue Titel auf den Markt bringen“, so G+J-Deutschlandchef Bernd Buchholz gegenüber HORIZONT. Hier deutete er an, dass es sich dabei unter anderem – gemäß dem Vorbild „Ebay-Magazin“ – um die Print-Version einer Internetmarke handeln könnte. Dass G+J, wie kolportiert, ein solches Projekt mit dem Business-Netzwerk Xing plant, kommentierte Buchholz nicht. Bestätigt hat er allerdings Verhandlungen mit dem Öko-Lifestyle-Portal Utopia.de, mit dem G+J ein eigenes Magazin herausbringen könnte. Seit Monaten kursieren Gerüchte, wonach der Verlag ein Heft für die neu entdeckte Zielgruppe der so genanten „Lohas“ (Lifestyle of Health and Sustainability) plant. Mit einem Utopia-Magazin von G+J würde der Burda/Milchstraße-Neuentwicklung „Ivy“ harte Konkurrenz entstehen. Bestätigt hat Buchholz auch die Entwicklung einer neuen „Frauenzeitschrift im Premium-Segment“: „Wir sehen da eine Lücke im Markt und in unserem Portfolio und arbeiten hart daran, diese mit einer uniquen Eigenentwicklung zu besetzen.“ Auch in Frankreich plant G+J einen neuen Frauentitel. Investitionsschwerpunkte sind ansonsten Lateinamerika, China und die Adria-Region.
 
Für ein Vorstandsmitglied, Angelika Jahr-Stilcken, war es die letzte Pressekonferenz in dieser Funktion. Sie wechselt im April in den G+J-Aufsichtsrat und vertritt dort mit die Gesellschafterinteressen der Familie Jahr, die 25,1 Prozent am Großverlag hält. Sie dementierte erneut die alle paar Jahre aufkommende Spekulation, die Familie wolle sich vom Verlag trennen – und deutete im Gegenteil an, den Anteil im Zweifel eher aufzustocken: „Wir stehen fest zu G+J. Und anstatt zu verkaufen, würden wir lieber noch ein bisschen was dazukaufen.“ Die Mehrheitsanteile (74,9 Prozent) an G+J hält der Medienkonzern Bertelsmann, dem ebenso immer mal wieder Verkaufsabsichten nachgesagt werden. Dies hat Bertelsmann zuletzt am Dienstag dieser Woche dementiert. rp
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