Exklusiv-Interview
01.04.2010
Unternehmensberater Olavarria: "2 Millionen verkaufte iPads bis 2012"
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01.04.2010
Darin stellt die Beratungsfirma neben aktuellen Untersuchungen zu dem Thema 62 E-Reader und 32 Tablets vor. Olavarria ist überzeugt, dass die Verlage ihre Angebote auf möglichst vielen Geräten platzieren sollten, denn: "Der Markt steht noch ganz am Anfang. Welcher Hersteller das Rennen machen wird, ist noch längst nicht entschieden." HORIZONT.NET hat mit dem Unternehmensberater darüber gesprochen, was Verlage beachten müssen, wenn sie Applikationen entwickeln und welche Verkaufschancen das iPad hat. bn
"Innovation ist das Gebot der Stunde"
Das iPad wird derzeit als die Rettung der Medienbranche gehandelt. Sind diese hohen Erwartungen gerechtfertigt?Marco Olavarria: Das ist schon extrem überzogen. Zwar gibt es Konsolidierungstendenzen und viele Verlage erwirtschaften weniger Rendite als früher, aber dass jetzt die ganze Branche gerettet werden müsste, ist übertrieben. Und die Medienlandschaft braucht nicht ein einzelnes Gerät für ihr zukünftiges Wohlergehen, sondern fortlaufende Innovationen. Verlage sollten sich also nicht nur auf das iPad stürzen, sondern auch versuchen, mit weiteren geeigneten Geräteherstellern zusammenzuarbeiten. Die Apple-Fans entsprechen schließlich nicht unbedingt der Zielgruppe, die Verlage mit ihren Angeboten erreichen wollen. Außerdem steht der Markt noch ganz am Anfang. Welcher Hersteller das Rennen machen wird, ist trotz des Hypes um das iPad noch längst nicht entschieden. Daher sollten Verlage sich vor Exklusivverträgen hüten.
Wie gut wird sich das iPad hierzulande verkaufen?
Erste US-Studien zeigen, dass die Kaufabsicht beim iPad etwas höher ist als beim iPhone. Auf Deutschland bezogen heißt das, dass sich bis 2012 rund 2 Millionen Geräte verkaufen könnten. Zudem werden auch andere Tablet-Hersteller von dem Hype um Apple profitieren.
Welche Zielgruppen können die Medienhäuser in den ersten Jahren auf dem iPad erreichen?
Das ist die Gruppe der so genannten Innovatoren, also junge, gut ausgebildete Männer mit überdurchschnittlichem Einkommen. Allerdings ist für die Verlage zu beachten, dass Männer in der Regel vor allem an der Technik interessiert sind und daher Spiele-Applikationen bevorzugen, während Frauen eher für Content-Umsätze sorgen werden.
Was raten Sie den Verlagen bei der Erstellung von Anwendungen?
Sie sollten die Stärken des Gerätes nutzen und weder Print- noch Online-Ausgabe eins zu eins übertragen. Auf Tablets sind neue Erzählformen möglich. Innovation ist wie gesagt das Gebot der Stunde. Erste Studien aus den USA zeigen, dass E-Reader sowohl zu Hause als auch unterwegs genutzt werden. Das heißt, hier schließt sich die Lücke zwischen klassischen Medien und der mobilen Nutzung. Auch das müssen Verlage berücksichtigen.
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