HORIZONT.NET
23.06.2008

Bewegtbild-Streit

von Nicole Pakalski,
Ressort Medien

Trotz VPRT-Kritik: ZDF und Zeit Online starten Video-Kooperation


Zeit-Online-Chefredakteur Wolfgang Blau gewinnt das ZDF als Partner 

Zeit-Online-Chefredakteur Wolfgang Blau gewinnt das ZDF als Partner

 Die Front der Verleger bröckelt. Obwohl inzwischen eine öffentliche Debatte darüber entbrannt ist, ob die gebührenfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Ausbauplänen im Web den Verlagen unmittelbare Konkurrenz machen und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) inzwischen gegen die kürzlich geschlossene Kooperation von WDR und WAZ-Konzern vorgeht, schert nun ein weiterer Verlag aus. Das Holtzbrinck-Wochenblatt "Die Zeit" wird auf ihrer Website ab sofort Beiträge des ZDF anbieten. 
 
Heute startet das Nachrichtenformat "ZDF 100 Sekunden". Der Sender betont, dass es sich bei allen Beiträgen um Formate handelt, die das ZDF bereits für seinen eigenen Redaktionsbetrieb produziert hat.
 
Die Auswahl der Beiträge liege bei Zeit Online. Die journalistische und redaktionelle Unabhängigkeit von ZDF und Zeit Online bleiben im vollen Umfang gewährt, betonen die Vertragspartner. Für die Videoinhalte berechne das ZDF "marktübliche Preise". Der Abruf der Beiträge ist für die Nutzer kostenlos. Zeit Online liefere selbst aber keine Beiträge an das ZDF.
 
"Die stundenaktuelle und internationale Videoberichterstattung ist für Zeit Online von großer Bedeutung", sagte Zeit Online-Chefredakteur Wolfgang Blau. "Wir haben uns deshalb viel Zeit genommen, um die verschiedenen privaten und öffentlich-rechtlichen Kooperationsangebote zu evaluieren. Die konstant hohe Qualität des ZDF hat uns überzeugt".
 
"Mit Zeit Online haben wir die Garantie, dass die ZDF-Videobeiträge im besten journalistischen Kontext stehen", so ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. "Die Kooperation von Zeit Online und ZDF nützt vor allem jungen Menschen, die qualitätsgeprägte Informationen in Bild und Text auf allen Plattformen suchen. Das ist ein gutes Ergebnis der ruhig und sachorientiert geführten Vertragsverhandlungen beider Häuser."
 
Die Lizenzierung der Beiträge erfolgt über die ZDF-Tochter ZDF Enterprises. Die Laufzeit des Vertrags beträgt zwei Jahre.

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