03.07.2009
Strategiewechsel: SWR will mehr junge Menschen anlocken / Aus für Traditions-Formate
Der Südwestrundfunk (SWR) hat im vergangenen Jahr 2,2 Millionen Euro weniger an Gebühren eingenommen. Das gab SWR-Intendant Peter Boudgoust heute auf der Rundfunkratssitzung in Baden-Baden bekannt. Insgesamt rechne die ARD mit einem Einnahmerückgang von bis zu 15 Prozent in den kommenden 10 Jahren. Weil gleichzeitig die Ausgaben teurer werden, gehe er für den SWR von einem Minus von rund 300 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 aus. Gleichzeitig kündigte der Intendant einen Strategiewechsel an. Künftig werde der SWR verstärkt junge Menschen ansprechen.
So soll es mehr Angebote geben, die deren "Lebensgefühl entsprechen". Sein Ziel: "Qualität für alle" will er mit drei strategischen Projekten erreichen. Zum einen soll das SWR-Fernsehen stärker die moderne Mitte der Gesellschaft ("bürgerliche Mitte") fokussieren. Das zweite Projekt bezieht sich auf die jungen, internetaffinen SWR-Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren. Beim dritten Projekt unter dem Titel "Nachrichten für alle" steht die multimediale aktuelle Berichterstattung im Mittelpunkt. Die Anteile dieser drei Gruppen sollen künftig pro Jahr um 10 Prozent anwachsen.
Finanzieren will der Intendant diese Neuausrichtung durch das Einstellen einiger traditioneller Formate, Engagements und Projekte. "Wir werden Entscheidungen treffen, für die wir in der Öffentlichkeit nicht immer nur Lob ernten werden - aber zu diesem Weg der Zukunftssicherung gibt es keine Alternative", so Boudgoust. jm
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