Auflagenstreit
15.04.2009
Strategiewechsel: Focus stoppt den Auflagenpush
Nach jahrelangem Streit um die Auflagenzahlen des "Focus" macht der Burda-Titel nun Schluss mit umstrittenen Aktionen. Das Nachrichtenmagazin steige aus der Abo-Prämienjagd zwischen den Verlagen aus und setze künftig auf strategische Vertriebskonsolidierung, teilt der Focus Magazin Verlag mit. Damit läutet "Focus" an dessen Spitze Burda-Vorstand und Magazingründer Helmut Markwort steht, eine Strategiewende ein.
In der heute erschienenen IVW I/2009 sackt das Magazin in der verkauften Auflage unter die 700.000er-Grenze und verkauft nur noch 683.439 Exemplare. Als Begründung gibt "Focus"-Geschäftsführer Frank-Michael Müller den Rückgang des Einzelverkaufs an, sowie die Reduzierung der Bordexemplare. Diese lagen im 1. Quartal 2008 noch bei 169.954 Exemplaren, im 4. Quartal 2008 bei 177.268 Stück. Sie machten damit rund ein Viertel der verkauften Auflage aus. Die detaillierten Zahlen für das 1. Quartal 2009 liegen noch nicht vor. "Basis der aktuellen Maßnahmen ist die Analyse der Zielgruppen-Affinität der entsprechenden Luftlinie in der Business-Class zur Info-Elite", so Müller. In der Vergangenheit hatte Müller stets argumentiert, dass die angepeilte "Focus"-Zielgruppe mit Bordexemplaren besonders gut erreicht werden könne.
Die Entscheidung bedeutet für "Focus" eine Abkehr von der bisherigen Praxis. Das Magazin gehört zu Burdas Cash-Cows und spielt eine große Rolle im Anzeigengeschäft. In der Vergangenheit hatte Müller in der Vermarktung stets über die Reichweite argumentiert, um die Differenz zu "Stern" und "Spiegel" zu relativieren. Im 1. Quartal 2009 verliert „Focus" laut begrenzt aussagefähiger Zentraler Anzeigenstatistik rund ein Drittel der Anzeigenseiten. pap
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