17.06.2008
Spiegel Verlag
Stefan Aust dementiert: „Ich gebe der SPD keine Schuld an meinem Sturz“
Hektische Telefondiplomatie am Dienstagnachmittag: Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust gibt der SPD keine Schuld an seinem Sturz. "Entsprechende Behauptungen des Magazins ,Cicero‘ sind falsch", sagt Aust gegenüber HORIZONT. Er habe in einem Hintergrundgespräch mit einem ehemaligen "Spiegel"-Autor, der nun für "Cicero" schreibe, lediglich über derartige Gerüchte gesprochen, ohne sich diese zu Eigen zu machen, so Aust weiter: "Derartige Mutmaßungen halte ich im Gegenteil für ziemlich abwegig, und ich bin erstaunt und empört darüber, dass ,Cicero‘ solche Behauptungen verbreitet." Die wörtlichen Zitate im "Cicero"-Text hingegen seien von ihm autorisiert.
Die Nachrichtenagentur AP hatte zunächst unter Berufung auf eine "Cicero"-Vorabmeldung verbreitet, Aust habe die Berufung von Mario Frank zum Geschäftsführer Anfang 2007 und seinen eigenen Rauswurf Ende 2007 als Intrige der Sozialdemokraten bezeichnet. Franks Ende April 2008 offensichtlich beschlossene Ablösung kommentiert Aust in "Cicero" offenbar autorisiert: "Das ist so wie in der Komödie: Wie werd’ ich meinen Auftragskiller wieder los." Beim "Spiegel" wollte man Austs – angebliche und tatsächliche – Vorwürfe nicht kommentieren. Hinter den Kulissen hatte es dort geheißen, man könne nicht glauben, dass sich Aust derart verschwörungstheoretisch geäußert habe – für derart krude Thesen sei er doch eigentlich viel zu intelligent. Offenbar stimmte diese Einschätzung.
- Medien 17. Juni 2008: Stefan Aust macht SPD für seinen Sturz beim "Spiegel" mitverantwortlich
- Leute 28. April 2008: „Spiegel“-Gesellschafter lassen Geschäftsführer Mario Frank fallen
- Medien 7. März 2008: Schlammschlacht beendet: Stefan Aust und "Spiegel" einigen sich
- Klartext 5. Februar 2008: Spiegel: Wer nach Aust kommt
- Leute 5. Februar 2008: Spiegel-Drama: Austs Freistellung überschattet Wechsel der Chefredaktion
- Medien 4. Februar 2008: Keine Einigung zwischen "Spiegel" und Aust
- Leute 17. Januar 2008: "Spiegel": Blumencron und Mascolo sollen Chefredakteure werden
- Leute 12. Dezember 2007: Kleber gibt dem Spiegel einen Korb
- Klartext 21. November 2007: Spiegel: Auf dem Weg zur Normalität
- Leute 15. November 2007: Chefredakteur Stefan Aust muss vorzeitig gehen
Weitere Nachrichten aus Medien vom 17.06.2008:
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