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03.12.2007

Briefmarkt

von David Hein,
Redakteur Medien

Springer prüft Einstellung des Postgeschäfts


Prüft alle Optionen: Mathias Döpfner 

Prüft alle Optionen: Mathias Döpfner

Die Einigung auf einen Mindestlohn für Briefzusteller setzt die privaten Postdienstleister unter Druck. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, kündigt an, für die Pin Group alle Optionen zu prüfen. Dabei sei auch die Einstellung der Geschäftstätigkeit eine Möglichkeit. ´

"Der gesamte private Postwettbewerb steht vor einem Scherbenhaufen", sagte Döpfner gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wettbewerb gegen den Staatsmonopolisten ist unter diesen Umständen praktisch unmöglich."
 
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Springer versuchen wird, das Postgeschäft zu verkaufen. Wie bereits berichtet, gilt die niederländische Post TNT als möglicher Käufer. Eine Fusion würde nach Ansicht von Döpfner jedoch keinen Sinn machen, da kaum Synergieeffekte realisierbar wären: "Unwirtschaftliche Kostenstrukturen werden durch eine Bündelung der Kräfte nicht wirtschaftlicher."
 
Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche trotz heftiger Gegenwehr und intensiver Lobbyarbeit der Verlegerverbände die Einführung eines Mindestlohns für Briefzusteller in Höhe von 8 Euro in den neuen Bundesländern und 9,80 Euro in den alten Bundesländern beschlossen. Döpfner sieht darin einen "ordnungspolitischen Sündenfall", da der Bund selbst zu einem Drittel größter Einzelaktionär der Post ist: "Die Politik missbraucht ihre gesetzgeberische und exekutive Macht, um ihre eigenen Aktionärsinteressen zu schützen." Axel Springer prüfe nun juristische Schritte inklusive Schadensersatzklagen.
 
Zu den Plänen der Post, eine Gratiszeitung auf den Markt zu bringen, sagte der Döpfner: "Wir sind jederzeit mit mehreren Konzepten gerüstet und motiviert, selbst die beste und erfolgreichste Gratiszeitung zu machen."

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