HORIZONT.NET
19.12.2007

Pin Group

von Silja Elfers,
Redakteurin Ressort Medien

Springer erklärt Verhandlungen mit Pin Group endgültig für gescheitert


 Nachdem er bereits seinen Rücktritt angekündigt hatte, hat Pin-Group-Chef Günter Thiel offenbar ein weiteres Angebot für die Übernahme der Pin Group vorgelegt. Axel Springer hatte zuvor die Offerte Thiels, die Anteile des Medienkonzerns (63,7 Prozent) an dem Postdienstleister zu übernehmen, als "inakzeptabel" zurückgewiesen.   
Doch auch die neuen Verhandlungen sind bereits gescheitert. Im Rahmen der heutigen Verwaltungsratssitzung der Pin Group konnten die Gesellschafter kein gemeinsames tragfähiges Finanzierungskonzept zur Fortführung des Geschäftsbetriebs finden. 
 
Axel Springer teilte mit, dass "aufgrund von inakzeptablen wirtschaftlichen Perspektiven" keine Einigung erzielt werden konnte. Bei optimistischen Annahmen zur Umsatzentwicklung seien im besten Fall ein Finanzierungsbedarf von rund 300 Millionen Euro und in anderen Fällen von bis zu 700 Millionen Euro in den nächsten Jahren erforderlich gewesen, so der Konzern. Laut Focus.de soll bereits am heutigen Vormittag ein Insolvenzverwalter eingesetzt werden.
 
Die Minderheitsgesellschafter - die Verlagshäuser Madsack, Holtzbrinck, WAZ sowie West Mail - hatten versucht, zwischen dem Mehrheitsgesellschafter und dem Gesellschaftergeschäftsführer Thiel zu vermitteln. In einer gemeinsamen Erklärung betonen sie, dass "die überwiegende Verantwortung für die verheerende Wertentwicklung der PIN-Gruppe dem von der Großen Koalition beschlossenen Mindestlohn zuzuschreiben ist". Gleichzeitig werfen sie der Deutschen Post vor, unmittelbar nach dem Bundestagsbeschluss das Porto gesenkt und so für Pin wichtige Geschäftskunden zurückgeholt zu haben. Die Verlage und West Mail-Gesellschafter wollen sich bemühen, die regionalen Logistikzentren - und damit "möglichst viele" Arbeitsplätze - zu sichern.
 
Axel Springer hatte am vergangenen Freitag nach dem Beschluss des Bundestages zur Einführung eines Mindestlohns für die Postbranche angekündigt, für die Pin Group keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

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