14.12.2007
Verlage
Springer dreht Pin Group den Geldhahn zu
Axel Springer will keine weiteren Finanzmittel für die Pin Group bereit stellen. Das teilte das Unternehmen heute mit, nachdem der Bundestag sich für einen allgemein verbindlichen Mindestlohn in der Post-Branche ausgesprochen hatte.
Eine gravierende Entscheidung: Rund 620 Millionen Euro hat der Medienkonzern in den vergangenen zwei Jahren in die Pin Group investiert. Axel Springer ist mit 63,7 Prozent größter Anteilseigner an dem Post-Konkurrenten.
Mit einer deutlichen Mehrheit von 466 von 552 Stimmen sprachen sich die Abgeordneten heute für einen Mindestlohn bei der Öffnung der Postmärkte am 1. Januar aus. Dieser soll bei 9 Euro im Osten und 9,80 Euro im Westen liegen, Springer zahlt heute durchschnittlich 7,40 Euro.
Der Medienkonzern hat sich bereit erklärt, seine Mehrheit an der Pin Group abzugeben, "wenn Minderheitsgesellschafter und neue Investoren ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, um eine wirtschaftliche Perspektive in neuer Positionierung zu ermöglichen."
Mit der Unterstützung der Mitgesellschafter ist dabei offenbar nicht zu rechnen: "Keiner der Mitgesellschafter der Pin Group (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, WAZ-Mediengruppe, Verlagsgruppe Madsack, Rosalia /Pin Group-CEO Günter Thiel sowie die West Mail Holding) ist aktuell bereit, weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen", so Springer. Dagegen hat Pin-Vorstandsvorsitzende Günter Thiel laut Spiegel Online nochmals Interesse an einer Übernahme der Springer-Anteile am Unternehmen signalisiert. Verhandlungen sollen bereits heute starten. Externe Unterstützer dürften noch nicht gefunden sein: Die zuletzt als Einstiegskandidaten gehandelte Deutsche Sparkassen- und Giroverband Berlin (DSGV) hat einen Einstieg dementiert.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender bei Axel Springer, hatte bereits im Vorfeld Konsequenzen für den Fall einer Mindestlohneinführung angekündigt. Die Pin Group sehe sich gezwungen, "im ersten Schritt" bis zu 1000 Mitarbeiter zu entlassen.
- Medien 12. Dezember 2007: Vorstandschef Thiel plant neues Gesellschaftermodell für die Pin Group
- Medien 4. Dezember 2007: Pin Group kündigt Massenentlassungen an
- Leute 3. Dezember 2007: Bild-Markenfamilie: Andreas Wiele übernimmt das Ruder
- Medien 3. Dezember 2007: Springer prüft Einstellung des Postgeschäfts
- Leute 1. Dezember 2007: Bild-Geschäftsführer Christian Nienhaus wechselt zur WAZ
- Medien 26. November 2007: Springer lässt bei Pro Sieben Sat 1 nicht locker
- Marketing 5. November 2007: Zumwinkel schießt gegen Springer
- Medien 26. September 2007: Verbotene Fusion von Springer und Pro Sieben Sat 1 wird überprüft
- Klartext 5. Dezember 2007: Mathias Döpfner: Bad News für den Visionär
- Medienhäuser: Axel Springer AG
Weitere Nachrichten aus Medien vom 14.12.2007:
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Laut Marktforschung Facit erntet derzeit vor allem ein Kreditinstitut das Vertrauen der deutschen Verbraucher: die Sparkassen.
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Beim Microblogging-Dienst Twitter sind auch bereits einige Bundesliga-Vereine mit einem Twitter-Account vertreten. Bayern München belegt dabei den Spitzenplatz mit den meisten Followern (Fans) aller Bundesliga-Clubs. Auf Platz 2 folgt Hannover 96 vor Schalke 04. Die Bundesliga-Mannschaften twittern aber in der Regel nicht selbst. Stattdessen twittern die Fans unter dem Logo ihres Clubs.
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HORIZONT 35/2008 vom 28.08.2008
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