Fußball-Rechte
23.07.2008
Spitzengespräch von DFL und Kartellamt ohne Ergebnis
Die am gestrigen Dienstag in Bonn geführten Gespräche zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Bundeskartellamt über das künftige Vermarktungssystem sind ohne Ergebnis beendet worden. Die Nachrichtenagentur DDP berichtet unter Berufung auf Verhandlungskreise, dass die Parteien nicht mit schnellen Ergebnissen rechnen: "Da werden sicher ein, zwei weitere Treffen notwendig sein", zitiert die Agentur einen Beteiligten.
Weder die DFL noch die Kartellwächter wollten sich zum Inhalt der Gespräche äußern. Man werde keine Wasserstandsmeldungen abgeben, teilte eine Sprecherin der DFL auf Anfrage mit.
Kritik an der Kartellbehörde kam unterdessen von Pro Sieben Sat 1. "Wir sind grundsätzlich an den Bundesliga-Rechten interessiert. Allerdings müsste sichergestellt werden, dass auch die privaten Anbieter eine faire Wettbewerbs-Chance für eine zeitnahe Free-TV-Highlightverwertung erhalten", sagte Pro-Sieben-Sat-1-Vorstandsmitglied Andreas Bartl. Wenn die ARD für die "Sportschau" weiterhin "willkürlich viel Gebührengelder" einsetzen und Werbeeinnahmen generieren könne, sei dies für andere Interessenten ein aussichtsloser Rahmen.
Auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hatte die Haltung der Behörde als "massive Einengung" bezeichnet und dieser vorgeworfen, damit die Verhandlungsposition der ARD zu zementieren. RTL-Chefin Anke Schäferkordt hat inzwischen signalisiert, dass die Bundesliga-Rechte unter den gegebenen Bedingungen definitiv zu teuer wären.
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