09.04.2008
Vernetzung
"Spiegel"-Verlagsleiter hält Fusion der Print- und Onlineredaktionen für möglich
Neue Töne beim "Spiegel": Verlagsleiter Fried von Bismarck schließt eine Fusion der Redaktion des gedruckten Nachrichtenmagazins mit der von Spiegel Online für die Zukunft nicht mehr aus.
"Falls eines Tages die Anzeigenerlöse und die verkauften Auflagen auch bei uns sinken sollten, wird sich auch der ,Spiegel` die Frage nach einer stärkeren Zusammenarbeit oder Zusammenlegung beider Redaktionen stellen müssen", sagte von Bismarck bei einer Podiumsdiskussion des dpa-PR-Tochterunternehmens News Aktuell am Dienstagabend in Hamburg.
Bisher galten derartige Redaktionsfusionen, wie sie bei Tageszeitungen aufgrund ähnlicher Arbeits- und Veröffentlichungstakte sinnvoll scheinen und üblich sind, bei Wochentiteln - und gerade beim "Spiegel", dessen selbstbewusste Printredaktion traditionell eher auf Autonomie bedacht ist - als schwieriger. So haben die Verantwortlichen dort diesen Schritt auch stets abgelehnt: "Ein gemeinsamer Newsroom ergibt bei uns genauso wenig Sinn wie ,Online first`, weil sich die Art und die Intensität der Print-Geschichten und damit die Arbeitsweise der Kollegen doch unterscheidet", sagte Mathias Müller von Blumencron Ende 2007 im HORIZONT-Interview. Damals war er Chefredakteur von Spiegel Online; aus formalen Gründen firmiert er als solcher bislang immer noch. Im Hauptjob jedoch ist Müller von Blumencron seit Anfang Februar einer von zwei Chefredakteuren des "Spiegel".
Auch Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, hatte sich Mitte 2007 im HORIZONT-Interview gegen eine Zusammenlegung ausgesprochen: "Es werden getrennte Redaktionen bleiben." Dass sich indes Einstellungen im raschen Zeitablauf der Realitäten auch mal ändern können, belegt Franks damalige Aussage zum Thema redaktioneller Doppelspitzen: "Ich bin kein Freund von Doppelspitzen. Es muss klare Verantwortlichkeiten geben."
- Medienhäuser: Spiegel-Verlagsgruppe
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Chart der Woche
Entscheidung am PoS
Ausgerechnet ein Spezialist für Werbung am PoS relativiert die goldene Regel, nach der 70 Prozent der Kaufentscheidungen dort fallen. Global kehrt Ogilvy Action die Formel um. Hierzulande greifen 38 Prozent der Shopper spontan zu.
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Off the record
Bayern München führt bei Twitter
Beim Microblogging-Dienst Twitter sind auch bereits einige Bundesliga-Vereine mit einem Twitter-Account vertreten. Bayern München belegt dabei den Spitzenplatz mit den meisten Followern (Fans) aller Bundesliga-Clubs. Auf Platz 2 folgt Hannover 96 vor Schalke 04. Die Bundesliga-Mannschaften twittern aber in der Regel nicht selbst. Stattdessen twittern die Fans unter dem Logo ihres Clubs.
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HORIZONT Print
HORIZONT 36/2008 vom 04.09.2008
Das Top-Thema der Woche: Boris Schramm, Managing Director bei Group M und damit einer der einflussreichsten Mediaplaner der Republik, geht auf Konfrontationskurs zu Verlagen, die mit Pocketausgaben, Bundles und anderen Maßnahmen gegen den allgemeinen Auflagenrückgang ankämpfen.
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