Vernetzung
"Spiegel"-Verlagsleiter hält Fusion der Print- und Onlineredaktionen für möglich
Neue Töne beim "Spiegel": Verlagsleiter Fried von Bismarck schließt eine Fusion der Redaktion des gedruckten Nachrichtenmagazins mit der von Spiegel Online für die Zukunft nicht mehr aus.
"Falls eines Tages die Anzeigenerlöse und die verkauften Auflagen auch bei uns sinken sollten, wird sich auch der ,Spiegel` die Frage nach einer stärkeren Zusammenarbeit oder Zusammenlegung beider Redaktionen stellen müssen", sagte von Bismarck bei einer Podiumsdiskussion des dpa-PR-Tochterunternehmens News Aktuell am Dienstagabend in Hamburg.
Bisher galten derartige Redaktionsfusionen, wie sie bei Tageszeitungen aufgrund ähnlicher Arbeits- und Veröffentlichungstakte sinnvoll scheinen und üblich sind, bei Wochentiteln - und gerade beim "Spiegel", dessen selbstbewusste Printredaktion traditionell eher auf Autonomie bedacht ist - als schwieriger. So haben die Verantwortlichen dort diesen Schritt auch stets abgelehnt: "Ein gemeinsamer Newsroom ergibt bei uns genauso wenig Sinn wie ,Online first`, weil sich die Art und die Intensität der Print-Geschichten und damit die Arbeitsweise der Kollegen doch unterscheidet", sagte Mathias Müller von Blumencron Ende 2007 im HORIZONT-Interview. Damals war er Chefredakteur von Spiegel Online; aus formalen Gründen firmiert er als solcher bislang immer noch. Im Hauptjob jedoch ist Müller von Blumencron seit Anfang Februar einer von zwei Chefredakteuren des "Spiegel".
Auch Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, hatte sich Mitte 2007 im HORIZONT-Interview gegen eine Zusammenlegung ausgesprochen: "Es werden getrennte Redaktionen bleiben." Dass sich indes Einstellungen im raschen Zeitablauf der Realitäten auch mal ändern können, belegt Franks damalige Aussage zum Thema redaktioneller Doppelspitzen: "Ich bin kein Freund von Doppelspitzen. Es muss klare Verantwortlichkeiten geben."
- Medienhäuser: Spiegel-Verlagsgruppe
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