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Schleichwerbevorwürfe: Wie Jürgen Klopp den Opel Adam in Szene setzt


von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

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Jürgen Klopp ist ein gefragtes Testimonial: Der Sympathieträger und Trainer von Borussia Dortmund ist unter anderem für die Volksbanken Reiffeisenbanken, BVB-Ausrüster Puma und den Automobilhersteller Opel im Einsatz. Im Interview mit der Frauenzeitschrift "Grazia" lobte er nun die Vorzüge des Opel-Hoffnungsträgers Adam über den grünen Klee, der zudem prominent ins Bild gerückt wurde. Der DJV spricht von "Schleichwerbung par excellence".

 
"Mit Kloppo im Urlaub auf Sylt" steht über dem Interview mit dem BVB-Trainer, daneben sieht man Klopp lässig an ein Auto gelehnt. Das Markenlogo ist zwar nicht zu sehen, der Kleinwagen ist aber unschwer als Opel Adam zu erkennen. Im Text nennt Klopp, der aktuell auch in Werbespots für den Rüsselsheimer Autobauer zu sehen ist, den kleinen Flitzer dann sogar konkret beim Namen: "Wir gehen hier viel spazieren, aber fahren auch mit dem Auto. Wir haben hier einen Opel Adam - der ist so klein, dass er in jede Parklücke passt und der Hund trotzdem Platz hat."
Nach Ansicht des Deutschen Journalistenverbands DJV ein klarer Verstoß gegen den Pressekodex: "Das ist Schleichwerbung par excellence", sagte Hendrik Zörner dem Berliner "Tagesspiegel", der am Montag über das fragliche Interview berichtete. "Die Redaktion hätte die Passage unbedingt beim Redigieren streichen und andere Bilder verwenden müssen." Der Deutsche Presserat äußerst sich zurückhaltender, hält die Form der Berichterstattung aber für "sicher diskussionswürdig".
 
Bei der Mediengruppe Klambt, die "Grazia" gemeinsam mit Gruner + Jahr herausgibt, räumt man ein Versäumnis ein: "Da ist der Redaktion ganz klar ein Fehler unterlaufen. Solche Interviews entsprechen nicht der gängigen Praxis der 'Grazia'", sagte Jonas Schmieder, Sprecher der Mediengruppe Klambt dem "Tagesspiegel".
 
Es ist nicht das erste Mal, dass Jürgen Klopps Werbedeals für Irritationen sorgen: Kurz vor dem Champions-League-Finale erschien in der britischen Tageszeitung "The Guardian" ein vielbeachteter Artikel über den Trainer, der offenbar vom Ausrüster des Vereins ermöglicht wurde. Unter dem Text stand: "Jürgen Klopp is proud to wear Puma who are also a partner of Borussia Dortmund". Auf der Insel sind entsprechende Gegengeschäfte durchaus üblich.
 
In Deutschland verstößt die Vermischung von Werbung und Redaktion allerdings gegen Ziffer 7 des Pressekodex. Im ungünstigsten Fall könnte der Presserat eine öffentliche Rüge gegen das Magazin aussprechen. Bislang liegt aber keine Beschwerde gegen den Beitrag vor, wie Edda Kremer vom Presserat gegenüber HORIZONT.NET bestätigt. Bleibt es dabei, wird der Presserat auch nicht aktiv. dh
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