02.07.2010
SWR: Strategischer Sparkurs statt Rasenmähermethode
Bis zum Jahr 2020 will der SWR mindestens 15 Prozent seiner Ausgaben einsparen. Die Kosten sollen jedoch nicht nach dem "Rasenmäherprinzip" überall in gleichem Maße gesenkt werden, sondern SWR-Intendant Peter Boudgoust will strategisch vorgehen. So wird zuerst in der Verwaltung gespart, und im zweiten Schritt im Programm. Dabei gilt wiederum, dass die jüngeren Wellen weniger Kosten senken müssen, als die älteren.
"Wir werden dort überproportional sparen, wo es möglich ist, ohne das Programm zu schädigen. Dadurch können wir dort leistungsfähiger sein, wo wir auf keinen Fall Abstriche machen wollen", sagt Boudgoust. Grund für das Sparprogramm sind sinkende Gebühren. Die ARD erwartet bis zum Ende der Gebührenperiode bis 2012 rund 200 Millionen Euro weniger Einnahmen, der SWR rechnet mit Ausfällen von rund 10 Millionen Euro.
Den stärksten Beitrag muss die Kulturwelle SWR 2 leisten, das Programm mit dem größten Etat. Es soll die Kosten bis 2020 um 25 Prozent reduzieren. Bei SWR 1, dem Sender für tendenziell ältere Hörergruppen sieht Boudgoust 15 Prozent weniger Kosten vor. Die jüngeren Wellen SWR 3 und Das Ding dagegen sind vom Sparkurs ausgenommen, um junge Hörer nicht zu verlieren. "Gerade bei Das Ding machen wir eher jetzt noch zu wenig, hier werden wir gezielt stärker werden müssen, um das Publikum von Morgen nicht zu verlieren", so Boudgoust. SWR 4 soll etwa ein Fünftel des Etats streichen. Auch das SWR Fernsehen muss mit 25 Prozent weniger Geld auskommen.
Boudgoust hofft, dass das Sparprogramm ohne Entlassungen auskommt. Zwischen 2013 und 2020 würden 1000 Mitarbeiter in Rente gehen, begründet er seinen Optimistmus. 2009 hat der SWR Erträge von 1,171 Milliarden Euro verbucht und Aufwendungen von 1,143 Milliarden Euro. dabei haben einmalige Aufwendungen Rückgänge der Gebühren um 8,9 Millionen Euro überkompensiert. pap
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