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05.11.2009

Medienkontrolle

von Santiago Campillo-Lundbeck,
Redakteur Marketing

Roland Koch stellt Zukunft der Landesmedienanstalten infrage


Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagt Medienwächtern Relevanzverlust voraus 

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagt Medienwächtern Relevanzverlust voraus

Die Relevanz der klassischen Medienwächter wird in der digitalen Kommunikationslandschaft deutlich sinken, glaubt Roland Koch. Bei seiner Ansprache im Rahmen des Forums Medienzukunft der hessischen Landesmedienanstalt (LPR) anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens skizzierte der hessische Ministerpräsident ein wenig optimistisches Szenario für das Geburtstagskind.
 
"Die Landesmedienanstalten werden ihre Rolle nicht mehr so dominant spielen, wie sie das in der Vergangenheit getan haben. Die ursprüngliche Mission war mal, zu überprüfen, ob Pro Sieben Sendungen mit dem richtigen Fleischanteil sendet. Das war vor 20 Jahren eine Herausforderung, heute ist diese Arbeit nur noch Routine."
Medienkontrolle sei zwar gesellschaftlich notwendig, stoße aber im Internet tatsächlich an Grenzen. "Leute in sozialen Netzwerken sind ziemlich sauer, wenn sie beschützt werden", so Koch. Er erlebe bei seinen Kindern, dass hier eine neue Medienwelt mit anderen Regeln der Kommunikation entstehe: "Die kommunizieren ziemlich aggressiv mit mir darüber."
 
Koch räumte ein, dass die Politik noch Nachholbedarf beim Wissen über diese Medienwelt habe. So seien die Parteien von dem Internetphänomen Piraten-Partei überrascht worden. Es drohten polarisierte Lager von "Digital Natives" und "Digital Ignorants":  "Noch haben wir hier nur einen technischen Graben. Aber der technische Graben könnte zu einem kulturellen Graben werden, wenn man nicht miteinander redet."
 
Angesichts der drohenden Fragmentierung der Gesellschaft durch das Internet hätten die klassischen Medien auch in Zukunft eine wichtige Rolle: "Sie werden in ihrer Relevanz zurückgehen, aber sie bleiben als Krisensicherung unverzichtbar." Aus diesem Grund bleibe auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein unverzichtbarer Baustein der Medienlandschaft: "Das ist ein Referenzrahmen, den wir uns aus Vorsicht leisten." cam
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (1)
Joachim Friedrich sagte am 06.11.2009 um 10:49

Neuer Fokus für LPR

Die LPR hat die Zeichen ja längst erkannt: Sie engagiert sich ziemlich stark in Sachen Medienkompetenz, Aus- und Weiterbildung, beispielsweise auch durch die Mitträgerschaft des Filmmaker's Festival eDIT. Bislang war die Zielgruppe Pädagogen, Schüler und Studenten. Vielleicht sollten Politiker stärker in den Fokus genommen werden... Dass die LPR mit der Zeit geht, zeigte ja auch der Twitterwall bei der Jubiläumsfeier.

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