30.04.2009
Radiomarkt
Regiocast hält Umsatz stabil und investiert in neue Geschäftsfelder
Die Berliner Radio-Holding Regiocast ist bislang ohne Schrammen durch die Werbekrise gekommen. Im Geschäftsjahr 2008 konnte der Umsatz mit 212 Millionen Euro stabil auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.
Die leicht rückläufigen Werbeeinnahmen aus der Vermarktung der Radiobeteiligungen (unter anderem R.SH, PSR und RS2) konnten durch steigende Erlöse vor allem der Dienstleistungstochter RBC Business to Media Consumer aufgefangen werden. Das Geschäftsergebnis, zu dem Regiocast keine konkreten Angaben macht, lag durch Anlaufverluste vor allem für den internetbasierten Fußballsender 90elf und Radio Bob (vormals Sky Radio Hessen) unter dem Vorjahresergebnis.
Wie viele andere Medienhäuser setzt daher auch Regiocast auf die Schaffung neuer Erlösquellen abseits der klassischen Werbevermarktung. Die zentrale Shared-Service-Einheit wird zu einem eigenständigen Dienstleister ausgebaut, der Werbedisposition, Onlineservices, Musikredaktion, Verwaltung, Kommunikation sowie Technik und Produktion den Sendern von Regiocast und Dritten zur Verfügung stellt. Als jüngster Kunde konnte Motor FM gewonnen werden.
Bei RBC wird neben dem Hauptumsatzbringer Telefonmehrwertdienste der Bereich E-Commerce weiter ausgebaut. Zusätzlich zu der Auktionsplattform Hammerdeal.de wird im Juni das Portal Klicken-Kaufen-Sparen.de mit einem neuen Kooperationspartner relauncht. Mit dem RBC Netvertiser hat Regiocast zudem in eine neue Software zur Aussteuerung von Werbung in digitalen Audioangeboten wie Podcasts und Webradios investiert. Durch die Bündelung der aktuell rund 200 Einzelangebote soll Werbekunden eine relevante Reichweite zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Elektronikriesen Philips konnte kürzlich der erste große Werbekunde für das Angebot an Land gezogen werden.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht Linnenbach die Entwicklung beim internetbasierten Fußballradiosender 90elf. Während sich die Reichweiten sehr erfreulich entwickeln - pro Spieltag schalten bis zu 400.000 Hörer ein - ist die Vermarktung im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld schwierig. "Ich habe meine Zweifel, ob wir das Angebot allein durch eine Werbevermarktung refinanziert bekommen", räumt Linnenbach ein. Daher sei denkbar, bestimmte Inhalte künftig nur gegen Bezahlung anzubieten. dh
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