Protest
18.02.2010
Redaktion der "Berliner Zeitung" wehrt sich gegen Reporterpool - notfalls vor Gericht
Beim Kölner Verlag M. DuMont Schauberg ist die Stimmung weiterhin angeheizt. Heute hat der Redaktionsausschuss der "Berliner Zeitung" einen zwei Wochen alten Brief veröffentlicht, in dem er erneut gegen die Gründung der Redaktionsgemeinschaft protestiert. Im Notfall werde selbst eine juristische Auseinandersetzung nicht ausgeschlossen, heißt es in dem Schreiben.
"Eine Auslagerung von Kernressorts in eine neu zu gründende GmbH widerspricht nach unserer Auffassung dem Redaktionsstatut der "Berliner Zeitung", das die Zeitung als Autorenzeitung mit einer Vollredaktion beschreibt." Daher sei es unzulässig einen Teil der Redaktion aus dem Statut herauszulösen.
Anfang Februar hat M. DuMont Schauberg seine Pläne für die Bündelung der Redaktionen der Abotitel "Frankfurter Rundschau", "Berliner Zeitung", "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Mitteldeutsche Zeitung" bekannt gegeben. Die Führungsspitze hat dabei ausdrücklich betont, dass es nicht um Tarifflucht geht, sondern die Mitarbeiter, die in die Redaktionsgemeinschaft wechseln, zu den gleichen Konditionen wie bisher weiterbeschäftigt werden sollen.
Außerdem verstoße die Zentralredaktion nicht gegen das Redaktionsstatut, da die Ressorts Politik und Wirtschaft, die von der Redaktionsgemeinschaft mit Beiträgen beliefert werden, bei den Tageszeitungen bestehen bleiben sollen. Im Zentrum stehe nicht, zu sparen. "Das Hauptziel, das wir mit der Gründung der Redaktionsgemeinschaft verfolgen, ist tatsächlich, den Qualitätsanspruch unserer Berichterstattung in zentralen Feldern zu verbessern", erklärte Redaktionsvorstand Franz Sommerfeld jüngst gegenüber HORIZONT. bn
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