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Pro Sieben Sat 1 mit starkem Ergebnis


von Juliane Paperlein,
Ressortleiterin Medien

Pro Sieben Sat 1 legt gute Zahlen vor

Pro Sieben Sat 1 legt gute Zahlen vor

Der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 liefert für 2011 - bereinigt - erneut ein Rekordergebnis ab. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Recurring Ebitda) ist um 7,4 Prozent auf 850 Millionen Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss des Konzerns, der heute auch zwei neue Pay-TV-Kanäle vorstellte, kletterte gar von 357,2 Millionen Euro auf 685,3 Millionen Euro. Darin enthalten ist mit rund 335,8 Millionen Euro allerdings der Verkaufsgewinn der Aktivitäten in Belgien und Niederlanden, von denen sich Pro Sieben Sat 1 im Sommer 2011 getrennt hatte. Beim Umsatz konnte das Unternehmen um 6 Prozent auf 2,756 Milliarden Euro zulegen. Alle Zahlen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.

 
Der Verkauf der Geschäfte in den Niederlanden und Belgien, der insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro in die Kassen gespült hat, schlägt sich auch positiv in der Netto-Finanzverschuldung  nieder. Diese sank zum 31.12.2011 auf 1,818 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lag sie noch bei 3,021 Milliarden Euro. Die hohen Schulden, die der Konzern nach dem Kauf von SBS angehäuft hatte, belasteten das Unternehmen jahrelang und brachten es in den Krisenjahren 2008 und 2009 in schwierige Situationen. Die nun verbliebenen Kredite sind zum Großteil „zu attraktiven Konditionen" bis 2016 verlängert.
CEO Thomas Ebeling  

CEO Thomas Ebeling

2012 will Pro Sieben Sat 1 trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes weiter wachsen. Sowohl Umsatz und Ergebnis als auch bereinigter Jahresüberschuss sollen steigen. Die im Oktober 2011 von CEO Thomas Ebeling angekündigte Wachstumsstrategie sieht ein Umsatzplus von 750 Millionen Euro bis 2015 vor. Rund ein Viertel davon hat der Konzern in diesem Jahr geschafft.
 
Das Jahr 2011 ist bis zuletzt gut gelaufen. Die TV-Konzerne hatten befürchtet, die Jahresendrallye von 2010 im 4. Quartal nicht wiederholen zu können. „Die gute Umsatzdynamik der ersten drei Quartale haben wir im Schlussquartal beibehalten", sagt Ebeling. Um 5,4 Prozent auf 873,7 Millionen Euro ist der Umsatz in den letzten drei Monaten des Jahres gestiegen, die traditionell im TV-Werbemarkt rund ein Drittel zum Gesamtumsatz beitragen.
 
Insgesamt verteilt sich das Wachstum gleichmäßig auf alle Bereiche, nach denen Pro Sieben Sat 1 sein Geschäft ausweist. In der Systematik gibt es nun allerdings eine neue Struktur. Teilte sich das Geschäft bislang in die Bereiche „Free-TV im deutschsprachigen Raum", „Free-TV International" und „Diversifikation", gibt es nun vier Säulen. Die Aufteilung wurde im Oktober 2011 eingeführt, als Ebeling seine Wachstumsstrategie vorstellte, mit der der Konzern auch die Abhängigkeit vom deutschen Werbemarkt auf 50 Prozent senken will.
 
Pro Sieben Sat 1 konnte 2011 in allen Sparten wachsen. Das wichtigste Segment „Broadcasting Germany", in das auch die Erlöse von Österreich und der Schweiz einfließen, legte um 2,7 Prozent auf 1,903 Milliarden Euro zu. Das Plus ist zum einen auf den guten Werbemarkt, aber auch auf die Neuverhandlung von Distributionsverträgen mit den Kabelnetzbetreibern zurückzuführen.
„Broadcasting International" ist vor allem getrieben vom Umsatzwachstum der skandinavischen Sender. Besonders Norwegen und Dänemark legten zu. In Norwegen kommt allerdings bereits ein Viertels des Umsatzes aus der Distribution und nicht aus dem Werbegeschäft. Zudem hat Pro Sieben Sat 1 dort den Sender Max gestartet.  Insgesamt stieg der Segmentumsatz um 12,4 Prozent auf 565,2 Millionen Euro.
 
Die Säulen „Digital & Adjacent" und „Content Production & Global Sales" werden im Segment „Diversifikation" zusammengefasst, das insgesamt den Umsatz um 9,8 Prozent auf 254,3 Millionen Euro steigern konnte. Der wichtigste Wachstumstreiber bei „Digital & Adjacent" war das von Ebeling angestoßene Geschäftsmodell „Media for Revenue" und Media for Equity", bei dem der Konzern Werbezeiten gegen Umsatz- und Unternehmensbeteiligungen tauscht. Gerade die letztere Variante will Pro Sieben Sat 1 weiter ausbauen, um die Wertschöpfungskette weiter zu verlängern. Der Ergebnisbeitrag der Deals lag bei rund 40 Millionen Euro. Im Digitalbereich trug vor allem Online zum Wachstum bei, ein Feld das unter anderen seit Oktober 2011 von Konzernvorstand Christian Wegner verantwortet wird. Bei der Vermarktung von Bewegtbild-Inhalten  lag das Plus zweistellig. Insgesamt stiegen die Erlöse bei „Digital & Adjacent" um 9,8 Prozent auf 253,4 Millionen Euro.
 
Die Säule „Content Production & Global Sales" konnte zwar ebenfalls stark wachsen, trug mit 33,7 Millionen Euro aber deutlich weniger zum Umsatz des Segments Diversifikation bei.
 
Angesichts des hohen Jahresüberschusses schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,17 Euro pro Vorzugsaktie und 1,15 Euro je Stammaktie vor. Damit würde Pro Sieben Sat 1 insgesamt 244,9 Millionen Euro ausschütten nach 241,2 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspricht 79,2 Prozent des bereinigten Jahresüberschusses aus fortgeführten Aktivitäten. Der Großteil fließt an die Finanzinvestoren KKR und Permira, denen der Konzern mehrheitlich gehört. pap
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