31.07.2009
Sendergruppe
Pro Sieben Sat 1-Chef Ebeling: "Stellen uns auf längere Dürreperiode ein"
Pro Sieben Sat 1 rechnet nicht mit einer schnellen Erholung des Werbemarktes. "Wir müssen uns auf eine längere Dürreperiode einstellen", sagte Vorstandschef Thomas Ebeling am Donnerstag am Rande der Programmpräsentation der Sendergruppe. Die Visibilität sei nach wie vor sehr gering. "Wir geben noch keine Entwarnung und planen für 2010 noch sehr konservativ", so Ebeling. Er rechne erst für 2011 mit einer Erholung. Daher sei nach wie vor ein "proaktives Kostenmanagement" gefragt. Das neue Verkaufsmodell des angeschlagenen Medienkonzerns werde zwar gut angenommen, allerdings sei die aktuelle Marktlage "sehr wettbewerbsintensiv". Die Auslastung liege derzeit bei lediglich 80 Prozent.
Für die Vermarktung freier Werbeflächen will Ebeling daher unkonventionelle Wege gehen. So seien zum Beispiel zur Erschließung von Neukunden Beteiligungsmodelle denkbar: Demnach könnte Pro Sieben Sat 1 freie Werbeflächen gegen eine Umsatzbeteiligung an Neukunden abgeben. Denkbar sei auch die direkte Beteiligung an Unternehmen. Voraussetzung dafür sei, dass es sich um Neukunden handele und es keinen direkten Wettbewerb mit Bestandskunden gebe. Erste Gespräche mit potenziellen Partnern gebe es bereits. Performancebasierte Vermarktungsmodellen lehnt Ebeling dagegen strikt ab. Der Erfolg eines Produktes sei von zu vielen Faktoren abhängig, auf die ein Vermarkter keinen Einfluss habe.
Wachstumschancen sieht Ebeling zudem in der Erschließung und Schaffung neuer Plattformen. So wird über die Gründung eines Pay-TV-Ablegers von Pro Sieben nachgedacht. Mit Kabel Eins Classics und Sat 1 Comedy hat die Gruppe bereits zwei Pay-TV-Sender im Portfolio. Zudem wird die Gründung einer eigenen Produktionsfirma geprüft. dh
Felipe Schwindler sagte am 31.07.2009 um 09:53
Marketingverantwortlicher
Die Sendergruppe ist auf einem sehr guten Weg der Konsolidierung. Der Vorstandschef schafft nun Tatsache, in dem er alte Zöpfe abschneidet und auf neues Personal setzt, das von außen kommt, neben neuen Ideen auch vielseitiges Know-How mitbringt, das dringend, speziell im Onlinesegment gebraucht wird. Interessant wird es, wie sich die Rabatthöhen entwickeln, ob es erneut zu einem Deal mit einer den Markt dominierenden Einkaufsmacht kommt und die unter der Hand kolportierten 90% Rabatt wieder gewährt werden.Weitere Nachrichten aus Medien vom 31.07.2009:
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